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Vier ehemalige Führungskräfte eines kubanischen Staatsunternehmens sind wegen schwerer Veruntreuung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, nachdem durch Pflichtverletzungen und illegale Geschäfte Verluste von fast 100 Millionen Pesos entstanden waren.
27.08.2025 05:40 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Ein Provinzgericht in Zentralkuba hat in einem aufsehenerregenden Prozess vier ehemalige Führungskräfte einer staatlichen Firma wegen schwerer Veruntreuung zu Haftstrafen zwischen zehn und zwanzig Jahren verurteilt. Das Urteil, das am Mittwoch in Sancti Spíritus verkündet wurde, gilt als eines der härtesten gegen Manager eines Staatsunternehmens in den vergangenen Jahren und unterstreicht den Anspruch der Regierung, Korruption konsequent zu verfolgen.
Nach Angaben der staatlichen Zeitung Escambray entstanden der „Empresa de Suministros Agropecuarios“ durch Pflichtverletzungen und illegale Geschäftspraktiken Verluste in Höhe von fast 100 Millionen Pesos – umgerechnet rund 4,1 Millionen US-Dollar. Der größte Schaden ging auf ein Geschäft mit einem privaten Anbieter zurück, dem unter Missachtung interner Vorschriften Waren überlassen wurden, ohne dass dieser den Gegenwert zahlte. Kurz darauf verließ er das Land, wodurch die Summe nicht mehr einzutreiben war. Hinzu kamen Verluste von mehr als drei Millionen Pesos durch Defekte an Kühlanlagen, die für die Lagerung von Fleischprodukten bestimmt waren. Auch hier wurde den Verantwortlichen Fahrlässigkeit zur Last gelegt. Die ehemalige Generaldirektorin der Firma, die das Unternehmen bis April 2024 leitete, erhielt eine Freiheitsstrafe von zwanzig Jahren. Zwei leitende Angestellte aus dem kommerziellen Bereich wurden zu 18 und 16 Jahren verurteilt. Ein juristischer Berater erhielt eine Strafe von zehn Jahren. Gegen den früheren Generaldirektor, der als Mitbeteiligter eingestuft wurde, verhängte das Gericht zweieinhalb Jahre Haft, die in eine Sanktion durch Arbeitslager umgewandelt wurden. Das Verfahren, das sich über zwei Tage erstreckte, endete mit der Einstufung aller fünf Angeklagten als schuldig im Sinne der Anklage wegen Malversation. Die Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig; den Verurteilten steht der Weg zu einem Einspruch beim Obersten Volksgerichtshof offen. Präsident Miguel Díaz-Canel nutzte das Verfahren, um erneut die Politik der „Nulltoleranz“ gegenüber wirtschaftskriminellen Delikten zu betonen. Korruption, so der Staatschef, sei ein zentrales Hindernis für die gesellschaftliche Entwicklung, den wirtschaftlichen Fortschritt und das Vertrauen der Bevölkerung in die Institutionen. Die harte Gangart gegen Korruption fällt in eine Zeit, in der Kuba mit der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten ringt. Nach den Einbrüchen durch die Corona-Pandemie, dem Zusammenbruch des Tourismussektors, einer anhaltenden Energiekrise, verschärften US-Sanktionen und eigenen Fehlentscheidungen kämpft die Regierung um Devisen, Versorgungssicherheit und Vertrauen. Vor diesem Hintergrund sendet das Urteil ein politisches Signal: Der Staat will zeigen, dass er wirtschaftliche Disziplin erzwingt – auch in den eigenen Reihen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/ijgb3)
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Text: Leon Latozke
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