Neues aus Kuba
16 Milliarden Dollar unter Militärkontrolle: Marco Rubio bezeichnet Kuba als „Kleptokraten“-Staat14/5/2026
14.05.2026 09:00 Uhr
US-Außenminister Marco Rubio hat Kuba als einen „Kleptokraten“-Staat beschrieben, der von einer Militärfirma beherrscht werde. In einem Fox-News-Interview warf er der Führung vor, die Bevölkerung leide extrem, während Militärs 16 Milliarden Dollar kontrollierten.
US-Außenminister Marco Rubio hat seine Rhetorik gegen die kubanische Regierung erneut verschärft. Während eines exklusiven Interviews mit dem Sender Fox News, das an Bord der Air Force One auf dem Flug nach China aufgezeichnet wurde, bezeichnete er die Karibikinsel als ein Land, das „von einer Firma kontrolliert wird, die Generälen der Streitkräfte gehört“. Diese Aussage ist Teil einer anhaltenden diplomatischen Offensive Washingtons, die in den letzten Wochen spürbar an Intensität gewonnen hat.
Rubio, der selbst kubanische Wurzeln hat, präzisierte seine Kritik mit drastischen Worten: „Der gesamte Reichtum in Kuba liegt in den Händen eines militärischen Unternehmens, das sämtliche Einnahmen für sich beansprucht.“ Gleichzeitig warf er der Führung in Havanna vor, die Bevölkerung in eine menschenunwürdige Lage gebracht zu haben. Die Menschen auf der Insel, so der Außenminister, müssten „buchstäblich Abfälle von den Straßen essen“, während die Machthaber über Milliardensummen verfügten – konkret sprach Rubio von 16 Milliarden US-Dollar, die dieser Militärkonglomerat zur Verfügung stünden. Diese jüngsten Äußerungen sind vor dem Hintergrund einer ohnehin schon massiven Verschärfung der US-Politik gegenüber Kuba zu sehen. Erst in der vergangenen Woche hatten die Vereinigten Staaten neue Sanktionen verhängt. Betroffen sind der kubanische Militärkonzern GAESA, dessen Direktorin sowie das Bergbauunternehmen Moa Nickel, ein Joint Venture mit der kanadischen Firma Sherritt. Rubio begründete diese „entscheidenden Schritte“ mit dem Ziel, die nationale Sicherheit der USA zu schützen und dem „kommunistischen Regime sowie den Militärkräften Kubas den Zugang zu illegalen Vermögenswerten zu entziehen“. Die Insel sei nur 150 Kilometer von der amerikanischen Küste entfernt, dennoch habe das Regime das Land ruiniert und es als Plattform für ausländische Geheimdienste, Militäreinsätze und terroristische Aktivitäten versteigert. Weitere Designationen würden in den kommenden Tagen und Wochen folgen, so die Drohung aus Washington. Das US-Außenministerium untermauerte diese aggressive Linie mit einer harschen Analyse des kubanischen Wirtschaftssystems. Demnach stelle GAESA das „Herz des kommunistischen kleptokratischen Systems“ dar. Der Konzern kontrolliere schätzungsweise 40 Prozent der kubanischen Wirtschaft – zum alleinigen Vorteil korrupter Eliten, während die Bevölkerung eine der schwersten Wirtschaftskrisen in der Geschichte des Landes durchleide. Präsident Donald Trump hatte bereits Anfang Mai per Executive Order das Sanktionsregime gegen Kuba drastisch ausgeweitet. Die neuen Maßnahmen zielen nun auf nahezu jede nicht-amerikanische Person oder Firma ab, die Geschäftsbeziehungen mit der Insel unterhält – insbesondere in den Sektoren Energie, Verteidigung, Sicherheit und Finanzen. Hinzu kommt eine seit Januar verhängte Erdölblockade. Trump selbst hat mehrfach erklärt, er werde die Kontrolle über Kuba „fast sofort“ übernehmen, und lässt sogar die Verlegung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln in karibische Gewässer prüfen. Die amerikanische Administration scheint entschlossen, die Schraube weiter anzuziehen, während die kubanische Führung bislang kaum auf die immer drückenderen Maßnahmen reagiert hat.
Quelle: Efe (https://is.gd/nVA62a)
Autor: Leon Latozke
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