Neues aus Kuba
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01.08.2026 08:00 Uhr
Neue Hürde für kubanische Reisende: Das US-Außenministerium verlangt ab sofort Kautionen von bis zu 20.000 Dollar für Touristen- und Geschäftsvisa.
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Wer aus Kuba in die Vereinigten Staaten reisen will, muss künftig tief in die Tasche greifen – noch bevor überhaupt ein Visum erteilt wurde. Das US-Außenministerium hat am Freitag angekündigt, für Touristen- und Geschäftsvisa der Kategorie B-1/B-2 aus rund 50 Ländern Kautionen von bis zu 20.000 Dollar zu verlangen. Betroffen sind vor allem west- und ostafrikanische Staaten wie Benin, Kap Verde, Nigeria, Äthiopien und Uganda – sowie vier Länder auf dem amerikanischen Kontinent: Kuba, Grenada, Nicaragua und Venezuela.
Die Regelung wurde am Freitag im Bundesregister veröffentlicht und tritt bereits am kommenden Montag in Kraft. Sie ist Teil eines Pilotprogramms, das im August vergangenen Jahres gestartet war und nun ausgeweitet wird. Konsularbeamte erhalten dabei einen erheblichen Ermessensspielraum: Sie können pro Antragsteller eine Kaution von 10.000, 15.000 oder eben bis zu 20.000 Dollar festsetzen – eine Summe, die für die meisten Kubaner utopisch ist und einem Vielfachen des durchschnittlichen Jahreseinkommens auf der Insel entspricht. Geld soll nach der Ausreise zurückgezahlt werden
Nach den Vorgaben des Programms müssen Antragsteller die Kaution zahlen, um überhaupt ein Visum beantragen zu können. Das Geld wird demnach vom US-Finanzministerium und dem Außenministerium treuhänderisch verwaltet und soll erstattet werden, sobald der Aufenthalt in den USA fristgerecht beendet wurde. Wer länger bleibt als das Visum erlaubt, verliert die Kaution – ein Mechanismus, der explizit als Druckmittel gegen sogenannte Overstayer konzipiert ist.
Die Regierung von Donald Trump präsentiert die Maßnahme als Baustein ihrer Kampagne zur Eindämmung der Einwanderung. Das Außenministerium begründet die Länderauswahl damit, dass Bürger dieser Staaten überdurchschnittlich häufig länger in den USA blieben, als es ihr Visum erlaubt. Halbe Million Anträge, halbierte Erteilungsquote
Zahlen, die das Ministerium selbst vorlegt, zeigen die Wirkung des bisherigen Pilotjahres: 20.000 Anträge wurden identifiziert, bei denen eine Kaution fällig gewesen wäre. Die Hälfte der Betroffenen entschied sich daraufhin, den Visumantrag ganz fallen zu lassen. In den betroffenen Ländern sank die Zahl der erteilten Touristen- und Geschäftsvisa in der Folge um 83 Prozent.
Für Kuba, dessen Bürger ohnehin schon mit erheblichen bürokratischen und finanziellen Hürden bei der US-Visumsbeantragung konfrontiert sind – nicht zuletzt wegen der eingeschränkten diplomatischen Präsenz der USA auf der Insel und der Notwendigkeit, für Interviews oft ins Ausland reisen zu müssen –, dürfte die neue Kautionspflicht eine weitere, kaum überwindbare Hürde darstellen. Migrationsexperten gehen davon aus, dass sich die Zahl kubanischer Reisender in die USA auf legalem Weg dadurch weiter drastisch verringern wird. Kritik von Migrationsorganisationen
Organisationen, die sich für die Rechte von Migranten einsetzen, kritisierten die Kautionspflicht scharf. Sie schaffe eine ökonomische Hürde für legale Einreisewege in die USA und treffe insbesondere Bürger armer und mehrheitlich schwarzer Länder überproportional hart, hieß es. Die Maßnahme reihe sich damit in eine Serie restriktiver Visapolitiken der zweiten Trump-Administration ein, die in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Einschränkungen für Reisende aus Kuba, Venezuela und Nicaragua verschärft hatte.
Quelle: SWI/EFE, Federal Register Dokument 2025-14826
Autor: Leon Latozke
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