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Die USA stellen nach dem verheerenden Hurrikan Melissa 24 Millionen US-Dollar an Nothilfe für die Karibik bereit – darunter auch drei Millionen explizit für „das kubanische Volk“. Die Unterstützung soll über kirchliche Organisationen wie Cáritas direkt an Betroffene verteilt werden.
06.11.2025 07:10 Uhr
Abbildung: CMKX Radio Bayamo/Facebook
Die Vereinigten Staaten haben humanitäre Hilfe in Höhe von 24 Millionen US-Dollar für die vom Hurrikan Melissa betroffenen Länder der Karibik angekündigt – drei Millionen davon explizit für „das kubanische Volk“. Die Entscheidung markiert eine bemerkenswerte Geste inmitten der politisch angespannten Beziehungen zwischen Washington und Havanna.
Nach Angaben des US-Außenministeriums sollen die Mittel den Betroffenen in Jamaika, Haiti, den Bahamas und Kuba zugutekommen. Der größte Anteil, zwölf Millionen Dollar, fließt nach Jamaika, das von Melissa am stärksten getroffen wurde. Haiti erhält 8,5 Millionen, die Bahamas 500.000, während drei Millionen Dollar für humanitäre Hilfe in Kuba vorgesehen sind. Das Geld soll für Notunterkünfte, sauberes Wasser, sanitäre Versorgung, Hygieneartikel, Nahrungsmittel und medizinische Soforthilfe eingesetzt werden. Außenminister Marco Rubio, Sohn kubanischer Einwanderer und scharfer Kritiker der Regierung in Havanna, hatte die Unterstützung zunächst auf die übrigen Karibikstaaten beschränkt. Erst nach internen Beratungen wurde auch Kuba in das Hilfspaket aufgenommen – allerdings ausdrücklich nicht die Regierung, sondern „das kubanische Volk“. Rubio betonte, die humanitäre Hilfe ändere nichts an der grundsätzlichen US-Haltung gegenüber der kommunistischen Führung auf der Insel, die weiter auf politische Reformen und Demokratisierung dränge. In Kuba selbst sind laut offiziellen Angaben rund 120.000 Menschen weiterhin evakuiert. Besonders stark betroffen ist die Provinz Granma im Osten des Landes, wo der Fluss Cauto nach sintflutartigen Regenfällen über die Ufer trat und weite Landstriche überflutete. Auch in den Provinzen Santiago de Cuba und Holguín wurden zahlreiche Ortschaften schwer beschädigt, Straßen und Stromleitungen zerstört. Wie die US-Botschaft in Havanna mitteilte, wird die Hilfe über kirchliche Kanäle verteilt, um eine direkte Unterstützung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die katholische Kirche und die Hilfsorganisation Cáritas sollen die Hilfsgüter an die betroffenen Familien übergeben. Eine direkte Zusammenarbeit mit kubanischen Regierungsstellen ist nicht vorgesehen. Das Außenministerium in Havanna reagierte ungewöhnlich versöhnlich. In einer Erklärung des Ministeriums für Außenhandel und Auslandsinvestitionen bedankte sich die kubanische Regierung am Dienstag für die „humanitäre Geste“ Washingtons. Beide Seiten hätten nach Angaben kubanischer Medien bereits Kontakt aufgenommen, um die Modalitäten der Hilfe zu klären. Die US-Katastrophenhilfe wird durch das Disaster Assistance Response Team (DART) koordiniert, das derzeit in Jamaika die Lage bewertet und weitere Unterstützungsmaßnahmen prüft. Die Region leidet unter den verheerenden Folgen von Melissa, einem der stärksten Hurrikane der vergangenen Jahre. Der Wirbelsturm hatte Anfang November mit Windgeschwindigkeiten von über 250 Kilometern pro Stunde weite Teile der Karibik verwüstet und Hunderte von Menschen obdachlos gemacht.
Quelle: EFE (https://t1p.de/u38ds)
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