Neues aus Kuba
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Wie Kubas staatlicher Energieversorger staatliche Unión Eléctrica (UNE) mitteilte werden heute (29.) rund 57 Prozent der Bevölkerung während der Spitzenlast am Abend ohne Strom sein. Defekte Kraftwerke, Treibstoffmangel und unterbrochene Öl-Lieferungen aus Venezuela verschärfen die Krise.
29.01.2026 16:00 Uhr
Abbildung: Nächtliches Havanna bei Stromausfall. Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Wie die staatliche Unión Eléctrica (UNE) teilte mit, wird während der heutigen (29.) Spitzenlast am späten Nachmittag und Abend rund 57 Prozent des Landes gleichzeitig vom Stromnetz abgeschaltet werden. Die Abschaltungen sind Teil eines geplanten Notfallprogramms, um ungeordnete Stromausfälle zu vermeiden.
Die Energiekrise auf der Insel hat sich seit dem Sommer 2024 deutlich verschärft. Grund dafür sind vor allem technische Störungen in den thermischen Kraftwerken, die rund 40 Prozent der kubanischen Stromerzeugung liefern. Neun von 16 Einheiten sind derzeit wegen Defekten oder Wartung außer Betrieb. Gleichzeitig erschwert der Mangel an Devisen den Einkauf von Treibstoff für Notfallgeneratoren. Die Situation wird zusätzlich durch geopolitische Faktoren verschärft. Nach dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar hat die US-Regierung Druck auf Caracas ausgeübt, die Lieferung von Rohöl nach Kuba einzustellen. Angaben über ausgefallene dezentrale Generatoren der Insel hat die UNE nicht veröffentlicht. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Zahl stillstehender Motoren in den letzten Tagen deutlich gestiegen ist, was die Folgen des Wegfalls venezolanischen Öls verstärkt.
Für die heutige Spitzenlast prognostiziert die UNE eine Stromerzeugungskapazität von 1.385 Megawatt bei einer maximalen Nachfrage von 3.150 Megawatt. Daraus ergibt sich ein Defizit von 1.765 Megawatt, das durch geplante Abschaltungen von 1.795 Megawatt ausgeglichen werden soll. Unabhängige Experten machen eine chronische Unterfinanzierung des staatlich kontrollierten Energiesektors verantwortlich. Seit der Revolution 1959 befindet sich der gesamte Bereich in staatlicher Hand. Schätzungen zufolge wären Investitionen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar erforderlich, um das Stromnetz grundlegend zu modernisieren. Die kubanische Regierung verweist hingegen auf die US-Sanktionen als Ursache der aktuellen Engpässe und spricht von einer „energetischen Erstickung“ durch Washington. Die Stromausfälle belasten die ohnehin geschrumpfte kubanische Wirtschaft, die seit 2020 um mehr als 15 Prozent zurückgegangen ist. Gleichzeitig gelten die wiederkehrenden Abschaltungen als einer der Hauptauslöser der landesweiten Proteste der letzten Jahre.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/5js7u)
Autor: Leon Latozke
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