Neues aus Kuba
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Laut der staatlichen Unión Eléctrica werden auf der Karibikinsel am Freitag zeitweise bis zu 61 Prozent des Landes ohne Energie sein – ein neuer Rekordwert in der seit 2024 anhaltenden Versorgungskrise. Marode Kraftwerke, fehlende Treibstoffe und eine chronische Unterfinanzierung verschärfen die Lage.
05.12.2025 23:00 Uhr
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Kuba steht erneut vor einer der schwersten Energiekrisen seiner jüngeren Geschichte. Für diesen Freitag kündigte die staatliche Unión Eléctrica (UNE) an, dass zeitweise bis zu 61 Prozent des Landes gleichzeitig ohne Strom sein werden – der höchste Wert seit Beginn der Krise. Bereits zu Wochenbeginn lag die landesweite Belastung bei 59 Prozent, gefolgt von einem partiellen Blackout im Westen der Insel, bei dem am Abend rund 67 Prozent der benötigten Energie fehlten.
Die Ursachen sind seit Monaten dieselben: marode thermische Kraftwerke, fehlende Devisen für den Import von Treibstoffen und ein überaltertes, seit Jahrzehnten unterfinanziertes Energiesystem. Für die Spitzenzeit am Freitagabend rechnet die UNE mit einer maximalen Erzeugungskapazität von lediglich 1.392 Megawatt, während der Bedarf auf etwa 3.400 Megawatt geschätzt wird. Daraus ergibt sich ein Defizit von mehr als 2.000 Megawatt – eine Lücke, die nur durch geplante Abschaltungen kontrolliert werden kann. Derzeit stehen sieben der 16 betriebsfähigen thermischen Einheiten aufgrund von Defekten oder Wartungsarbeiten still. Sie stellen rund 40 Prozent des kubanischen Energiemixes. Ein weiteres Problem trifft die verteilten Kleinkraftwerke, ebenfalls zentral für die Stromversorgung: 97 dieser Anlagen sind mangels Diesel oder Schweröl außer Betrieb, knapp zehn weitere fehlen Schmiermittel. Auch sie decken etwa 40 Prozent des nationalen Bedarfs ab. Unabhängige Experten sprechen von strukturellen Problemen, die weit über kurzfristige Engpässe hinausgehen. Seit Jahrzehnten sei das Energiesystem unterfinanziert, grundlegende Modernisierungen blieben aus. Verschiedene Studien schätzen, dass zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar nötig wären, um die Stromversorgung nachhaltig zu stabilisieren. Die Regierung in Havanna verweist hingegen auf die Auswirkungen der US-Sanktionen, die den Zugang zu Treibstoffen und Ersatzteilen einschränkten. Washington betreibe eine „energetische Erstickung“, so der Vorwurf. Für die Bevölkerung bedeutet dies jedoch vor allem eines: weitere lange Nächte im Dunkeln – und keine kurzfristige Aussicht auf Besserung.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/tpkb5)
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