Neues aus Kuba
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27.03.2026 12:00 Uhr
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Ein russischer Öltanker mit Hunderttausenden Barrel Rohöl steuert offenbar auf Kuba zu – trotz Sanktionen und politischem Druck aus Washington. Der Tanker konnte bereits in wenigen Tagen auf der Karibikinsel eintreffen, doch ob das Schiff tatsächlich dort anlegen wird, ist unklar.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Russia's 'Humanitarian' Fuel Challenging U.S. Hold on Cuba | Your Morning. Rechte beim Uploadenden.
Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet, befindet sich ein russischer Öltanker mit einer erheblichen Ladung Rohöl derzeit auf dem Weg nach Kuba. Demnach soll das Schiff „Anatoly Kolodkin“ rund 740.000 Barrel russisches Rohöl transportieren und sich nur noch etwa fünf Tage von der Insel entfernt befinden. Die Information geht auf den Energieexperten Jorge Piñón zurück, der am University of Texas-Institut für Energie tätig ist.
Piñón äußerte sich im Rahmen einer Videokonferenz des Cuba Study Group zur aktuellen Energiekrise Kubas. Dabei betonte er, dass unklar sei, ob der Tanker tatsächlich einen kubanischen Hafen anlaufen werde. Auffällig sei zudem, dass es sich um Rohöl handle, obwohl Kuba derzeit vor allem Diesel benötige, um seine Energieversorgung zu stabilisieren. Das unter russischer Flagge fahrende Schiff steht sowohl auf Sanktionslisten der USA als auch der Europäischen Union. Öffentlich zugängliche Schiffsdaten weisen kein konkretes Ziel in Kuba aus – ein Vorgehen, das laut Experten bei sanktionierten Schiffen häufig zu beobachten ist. Als mögliche Zielorte gelten die Ölterminals in Matanzas oder die Raffinerie in Cienfuegos. Die Spekulationen über eine mögliche Lieferung haben in den vergangenen Tagen zugenommen, da sich die Energiekrise auf der Insel weiter verschärft. Kuba benötigt täglich rund 100.000 Barrel Öl, kann jedoch nur etwa 40.000 Barrel selbst fördern. Die daraus resultierende Versorgungslücke führt zu anhaltenden Stromausfällen und massiven wirtschaftlichen Einschränkungen. Parallel dazu wächst der geopolitische Druck. Die USA unter Präsident Donald Trump hatten Ende Januar Maßnahmen angekündigt, die Lieferungen von Erdöl nach Kuba sanktionieren sollten. Zwar wurde der Einsatz solcher Handelsmaßnahmen später juristisch infrage gestellt, doch bleibt die politische Drohkulisse bestehen. Washington verfolgt weiterhin das Ziel, durch Einschränkungen der Energiezufuhr Reformen in Kuba zu erzwingen. Nach Angaben Piñóns patrouillieren derzeit zwei Schiffe der US-Küstenwache in internationalen Gewässern nördlich Kubas. Diese könnten im Ernstfall versuchen, den Tanker aufzuhalten oder zumindest seine Weiterfahrt zu erschweren. Russland hatte bereits zuvor signalisiert, aus humanitären Gründen Öl nach Kuba liefern zu wollen – ein Schritt, der als direkte Herausforderung der US-Politik gewertet wird. Ob der Tanker tatsächlich in Kuba ankommt, bleibt offen. Die kommenden Tage dürften entscheidend sein für die ohnehin angespannte Versorgungslage der Insel.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/o15b4)
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