Neues aus Kuba
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Ein Ãltanker aus Mexiko hat Kuba mit rund 86.000 Barrel Brennstoff beliefert. Die mexikanische Unterstützung bringt kurzfristige Entlastung, löst aber die Krise nicht.
11.01.2026 10:27 Uhr
Kuba hat inmitten seiner anhaltenden Energiekrise neue Treibstofflieferungen aus Mexiko erhalten. Der unter liberianischer Flagge fahrende Ãltanker Ocean Mariner ist mit rund 86.000 Barrel Brennstoff in der Bucht von Havanna eingetroffen. Die Lieferung stammt vom staatlichen mexikanischen Energiekonzern Pemex und soll helfen, die seit Monaten verbreiteten Stromausfälle auf der Insel zu mildern. Das bestätigte das Energieinstitut der University of Texas gegenüber der Nachrichtenagentur EFE.
Der Tanker war im vergangenen Monat vom Pemex-Komplex Pajaritos im Süden Mexikos ausgelaufen und erreichte Havanna am Freitagmorgen. Seit Samstag wird der Treibstoff in der Raffinerie Ãico López im Stadtteil Regla entladen. Die Ocean Mariner ist eines von zwei Schiffen, die zuletzt aus Mexiko nach Kuba unterwegs waren. Auch der Gastanker Eugenia Gas gehört zu diesen Lieferungen, mit denen Mexiko Havanna seit Jahren unterstützt. Der Zeitpunkt der Ankunft ist kritisch. In groÃen Teilen Kubas kommt es derzeit zu Stromabschaltungen von 20 Stunden und mehr pro Tag. Ursache sind wiederholte Störungen in den veralteten thermoelektrischen Kraftwerken sowie ein akuter Mangel an Brennstoffen. Seit Mitte 2024 befindet sich das Land in einer tiefen Energiekrise. Innerhalb von zwölf Monaten kam es zu fünf vollständigen Zusammenbrüchen des nationalen Stromnetzes sowie zu zahlreichen Teilabschaltungen. Die jetzt gelieferten rund 80.000 Barrel entsprechen jedoch nur etwas mehr als dem täglichen Defizit der Insel. Nach offiziellen Angaben benötigt Kuba etwa 110.000 Barrel Ãl pro Tag für seine grundlegenden Energiebedürfnisse. Rund 40.000 Barrel stammen aus der eigenen Förderung, der Rest muss importiert werden. Laut der staatlichen Statistikbehörde ONEI werden etwa 60 Prozent des auf der Insel verbrauchten Brennstoffs aus dem Ausland bezogen. Rund zwei Drittel des Gesamtbedarfs entfallen auf die Stromerzeugung in den Thermokraftwerken. Ein erheblicher Teil dieser Importe stammt traditionell aus Venezuela, ergänzt durch Lieferungen aus Mexiko und in geringerem Umfang aus Russland. Nach Analysen internationaler Energieinstitute hatte Venezuela Kuba in den vergangenen Jahren rund 50.000 Barrel täglich geliefert. Seit 2024 ist dieses Volumen jedoch deutlich zurückgegangen und liegt nur noch zwischen 10.000 und 30.000 Barrel pro Tag. Offizielle Angaben dazu machen weder Caracas noch Havanna. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch den politischen Druck aus den USA. Washington hat mehrfach sanktionierte venezolanische Tanker abgefangen. Zudem kündigte US-Präsident Donald Trump an, die USA wollten den Verkauf venezolanischen Ãls künftig vollständig kontrollieren. Dies könnte die Energieversorgung Kubas weiter belasten. Die Regierung in Havanna weist die Drohungen zurück, betont jedoch zugleich die angespannte Lage. Die mexikanische Lieferung kann die strukturellen Probleme des kubanischen Energiesektors nicht lösen, verschafft dem Land aber kurzfristig Entlastung. Wie nachhaltig diese Unterstützung ist und ob sie ausreicht, um die massiven Stromausfälle spürbar zu reduzieren, bleibt angesichts des hohen Bedarfs und der geopolitischen Spannungen offen.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/v12kc)
Autor: Leon Latozke
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