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03.06.2026 23:00 Uhr
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Kubas Führungsspitze hat Armeegeneral Raúl Castro zu seinem 95. Geburtstag gratuliert und ihn als ethischen Wegbereiter der Revolution und Hüter der nationalen Souveränität gewürdigt.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Er ist der stille Mann im Hintergrund, der das Schicksal der Karibikinsel über Jahrzehnte prägte: Raúl Castro, der jüngere Bruder des legendären Revolutionsführers Fidel Castro, ist am Mittwoch (3.) 95 Jahre alt geworden. Ein bedeutender Geburtstag für einen Politiker, der noch immer eine zentrale Rolle in einem der letzten kommunistischen Länder der Welt spielt. Seit den glorreichen Tagen der Revolution von 1959, die seinen Namen untrennbar mit dem seines Bruders verband, hat sich das Bild des greisen Revolutionärs gewandelt – aber sein Einfluss ist spürbar geblieben. Während Kuba und seine Führung den Militärstrategen und Ex-Präsidenten feiern, steht er gleichzeitig im Zentrum neuer Spannungen mit den USA, die ihn jüngst angeklagt haben.
Geboren wurde Raúl Castro am 3. Juni 1931 im östlichen Dorf Birán. Er war das vierte von sieben Kindern einer kubanischen Mutter und eines spanischen Vaters. Schon früh tauchte er in die Politik ein: Er studierte Jura an der Universität von Havanna und schloss sich dem Widerstand gegen den Diktator Fulgencio Batista an. 1953 beteiligte er sich an einem gescheiterten Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba, wurde verhaftet, verurteilt und später ins Exil nach Mexiko getrieben. Dort schloss er sich der Guerillabewegung an, die Batista letztlich stürzte. Nach der siegreichen Revolution von 1959 wurde er zum Minister der Revolutionären Streitkräfte ernannt und führte militärische Operationen in Afrika und Lateinamerika durch, die das Verhältnis zu den USA nachhaltig belasteten. Am 17. Oktober 1965 wurde Raúl Castro zum Zweiten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas gewählt. In einer bewegenden Rede pries Fidel Castro seinen Bruder als „außergewöhnlichen Revolutionär“ und eine Person, die hinter ihrer harten Fassade „große Gefühle der Freundschaft und Liebe“ verberge. Dieses Bild des bürokratischen, aber menschlichen Führers sollte ihn fortan begleiten. Als Fidel Castro im Juli 2006 schwer erkrankte, übernahm Raúl provisorisch die Macht und wurde im Februar 2008 offiziell zum Präsidenten gewählt. Er erwies sich als pragmatischer Reformer: Unter ihm öffnete sich Kuba vorsichtig der Privatwirtschaft, und er leitete die historische Annäherung an die USA ein. 2015 nahmen beide Länder wieder diplomatische Beziehungen auf, und 2016 besuchte Präsident Barack Obama die Insel. Bei einer Pressekonferenz sorgte Raúl Castro für eine legendäre Szene, als er vergeblich versuchte, Obamas linken Arm zu heben – ein Bild, das viral ging. Gleichzeitig verhandelte er mit Russland und erreichte, dass Kuba 90 Prozent seiner alten Schulden aus Sowjetzeiten erlassen wurden. 2018 übergab Raúl Castro die Präsidentschaft an Miguel Díaz-Canel – der erste Staatschef ohne den Namen Castro seit sechs Jahrzehnten. 2021 zog er sich offiziell aus der Politik zurück, aber seine Rolle in den Schatten ist ungebrochen. Er ist noch immer General der Streitkräfte, hat einen Sitz in der Nationalversammlung und gilt als entscheidend in der wachsenden Konfrontation mit Washington. Sein Enkel und Leibwächter Raúl Guillermo Rodríguez Castro traf sich kürzlich mit US-Außenminister Marco Rubio am Rande eines Karibikgipfels. Bei einer Maikundgebung 2026, die zehntausende Kubaner anzog, stand der 95-Jährige in seiner grünen Militäruniform an der Seite Díaz-Canels, dahinter flankiert von seinem Enkel. Fast drei Wochen später erhob die US-Regierung Anklage gegen ihn wegen des Abschusses von zwei zivilen Flugzeugen im Jahr 1996, die von Exilanten aus Miami gesteuert wurden – ein Fall, der ihn des Mordes und der Zerstörung von Flugzeugen beschuldigt. Während die kubanische Führung die Anklage als politisch motiviert verurteilt, hüllt Raúl Castro sich zu den Vorwürfen in Schweigen. Die kubanische Führung hat dem Armeegeneral zu seinem 95. Geburtstag gratuliert und ihn als moralische Instanz der Revolution sowie als unerschütterlichen Verfechter von Frieden und Souveränität gewürdigt. Mit einer Vielzahl an öffentlichen Ehrungen und Statements gedachten die Spitzen des Landes des langjährigen Staatschefs, der die Geschicke Kubas über Jahrzehnte maßgeblich prägte. Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete ihn in seiner Hommage als „furchtlosen Kämpfer“ und „Hüter“ der grundlegenden Werte der Nation. Das Leben Castros sei der Triumph der Zuneigung seines Volkes, so Diaz-Canel weiter. Außenminister Bruno Rodríguez stellte insbesondere Castros Loyalität zu seinem Bruder und Revolutionsführer Fidel Castro heraus, würdigte sein diplomatisches Geschick und seinen Einsatz für die Proklamation Lateinamerikas und der Karibiks als „Friedenszone“. Besondere Erwähnung fand zudem seine entscheidende Rolle bei der schrittweisen Wiederannäherung an den einstigen Erzrivalen USA. Castros Beispiel, so Rodríguez, inspiriere den Aufbau einer Zukunft der Würde und Eigenständigkeit. Der Minister bekräftigte, dass man unter diesem Leitbild weiterhin die Heimat, die Revolution und den Sozialismus verteidigen werde. Parlamentspräsident Esteban Lazo nannte Raúl Castro den „besten Schüler“ Fidels und überbrachte die Glückwünsche der gesamten Volkskammer. Auch der Sekretär der Kommunistischen Partei, Roberto Morales, würdigte Castros Lebenswerk für die Führung des Landes. Die Feierlichkeiten stehen im Schatten einer neuen juristischen Offensive aus den USA. Die US-Justiz wirft dem ehemaligen Revolutionär im Zusammenhang mit dem Abschuss von Flugzeugen der Organisation „Brüder zur Rettung“ im Jahr 1996 Mord und Verschwörung vor. Havanna weist die Vorwürfe als unbegründet zurück und sieht darin einen weiteren Ausdruck der konfrontativen Kuba-Politik der Trump-Regierung. Die Geburtstagsfeier wird damit zugleich zu einem Symbol nationaler Geschlossenheit gegenüber dem Druck aus Washington.
Quelle: TeleSur (https://t1p.de/srczl)
Autor: Leon Latozke
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