Neues aus Kuba
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12.10.2026 09:00 Uhr
Immer mehr Abschiebeflüge aus den USA erreichen den Süden Mexikos. In Tapachula treffen abgeschobene Kubaner auf Tausende andere Migranten, die bereits dort feststecken. Fehlende Dokumente, lange Verfahren und begrenzte Perspektiven prägen ihren Alltag.
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Die südmexikanische Grenzstadt Tapachula entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Ort für Migranten, deren Weg in die Vereinigten Staaten abrupt endet. In den vergangenen Wochen trafen dort mehrfach Abschiebeflüge aus den USA ein – an Bord auch kubanische Staatsbürger. Für viele von ihnen markiert die Stadt im Süden Mexikos nahe der Grenze zu Guatemala nun einen unerwarteten Zwischenstopp mit ungewisser Perspektive.
Nach Angaben der Behörden im Bundesstaat Chiapas wurden im vergangenen Jahr rund 12.000 Menschen aus den Vereinigten Staaten in die Region abgeschoben. Gegenwärtig landen nach offiziellen Angaben zwei bis drei entsprechende Flüge pro Woche auf dem internationalen Flughafen von Tapachula. Die Neuankömmlinge treffen dort auf eine bereits angespannte Situation: In der Region halten sich Zehntausende Migranten auf, die auf eine Weiterreise oder eine Klärung ihres Aufenthaltsstatus warten. Die Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit einer restriktiveren US-Migrationspolitik seit der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus Anfang 2025. Verschärfte Maßnahmen an der Grenze und intensivere Abschiebungen haben die Dynamik der Migration in Mittelamerika verändert. Mexiko fungiert zunehmend nicht mehr ausschließlich als Transitland, sondern wird für viele Migranten zu einem faktischen Zielort – häufig unfreiwillig. In Tapachula zeigt sich diese Verschiebung besonders deutlich. Nach Schätzungen von lokalen Organisationen halten sich derzeit etwa 60.000 Migranten in der Region auf. Viele stammen aus KUba oder Kuba. Ein Teil von ihnen versucht, sich mit Tätigkeiten im informellen Handel über Wasser zu halten, während gleichzeitig der Zugang zu regulären Arbeitsmöglichkeiten und sozialen Dienstleistungen begrenzt bleibt. „Wir haben hier in Tapachula eine große Bevölkerung kubanischer Nationalität, verteilt über die gesamte Südgrenze, die Zugang zu Dienstleistungen benötigt, vor allem aber zu Arbeit.“, sagte Eduardo Antonio Castillejos Argüello, Staatssekretär für Migrationsfragen gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE. Die Betroffenen berichten von administrativen Hürden. Ohne gültige Dokumente können viele Migranten weder finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten noch offizielle Verfahren unkompliziert durchlaufen. Wer in Mexiko Schutz beantragen will, muss sich an die mexikanische Flüchtlingsbehörde COMAR wenden. Dort sind Wartezeiten von mehreren Monaten keine Seltenheit. Ein Beispiel ist der Kubaner Jonas García, der nach eigenen Angaben in den Vereinigten Staaten festgenommen wurde, weil er ohne Führerschein gefahren war. Anschließend wurde er mit einem Abschiebeflug nach Tapachula gebracht. Nun wartet er auf eine Entscheidung der mexikanischen Behörden über seinen weiteren Status. Gleichzeitig erschweren fehlende Ausweisdokumente alltägliche Vorgänge. „Uns geht es sehr schlecht, weil wir kein Geld wechseln können. Die Familie schickt uns Geld, aber wir können es nicht abholen, weil wir keinen Pass haben. Wir sind zur COMAR gegangen und man sagt uns, wir müssten 90 Tage warten“, erklärte er über die komplizierte Bürokratie, mit der sie konfrontiert sind. Der 66-jährige Kubaner Raúl Morales berichtet, er habe mehr als vier Jahrzehnte in den Vereinigten Staaten gelebt, bevor er festgenommen und abgeschoben worden sei.„Man sagte mir einfach, dass ich abgeschoben werde und hierher gebracht werde. Ich weigerte mich und gab ihnen kein einziges Dokument, sie legten mir gewaltsam Handschellen an, ich war auf der Straße, ich bin in den USA im Ruhestand. Sie rauben mir meine Rente. Es ist auch eine gewaltige Veränderung, weil sie die gesamte Verfassung der Vereinigten Staaten brechen. Ich bin politischer Flüchtling, ich kam mit 20 Jahren in dieses Land”, so Morales zu EFE. Kritik kommt von zivilgesellschaftlichen Organisationen vor Ort. Luis Rey García Villagrán, Leiter des Zentrums für Menschenwürde in Tapachula, wirft den Behörden mangelnde Transparenz bei der Aufnahme der abgeschobenen Migranten vor. Häufig würden diese ohne öffentliche Information per Flugzeug oder auf dem Landweg in die Region gebracht. Gleichzeitig sei unklar, welche Institutionen langfristig für ihre Versorgung oder Integration zuständig seien. Mexiko hat sich von einem Transitland für Migranten auf dem Weg in die Vereinigten Staaten gezwungenermaßen zu einem Zielland entwickelt. Für viele Migranten – darunter zunehmend auch Kubaner – wird die Grenzstadt zu einem Ort des Wartens, dessen Dauer kaum abzusehen ist.
Quelle: EFE (https://t1p.de/8h32w)
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