Neues aus Kuba
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17.05.2026 10:00 Uhr
Tausende Kubaner bangen um ihren Aufenthalt in den USA. Das von Biden eingeführte Parole-Programm wurde unter Trump gestoppt. Viele, die legal einreisten, sind nun ohne Status. Sie wagen sich kaum auf die Straße, aus Angst vor Abschiebung.
Lyudmila Marseyo kennt die Ängste ihrer Landsleute aus eigener Erfahrung. Die Juristin, die in Kuba bereits als Anwältin arbeitete und mit fast 40 Jahren in die Vereinigten Staaten kam, nahm dort erneut ein Jurastudium auf, um andere Kubaner vor Gericht vertreten zu können. An einem ihrer jüngsten Termine begleitet sie eine Mandantin, die 2022 über die Grenze gelangte. Bei dieser Verhandlung geht es um die letzte Chance, den Asylantrag der Frau zu retten. Sollte der Richter diesem Antrag stattgeben, bliebe nur noch der Gang in die Berufung.
Die Zahl solcher Ablehnungsanträge ist unter Präsident Donald Trump drastisch gestiegen: von 60 im Januar 2025 auf 17.000 im Januar 2026. Marseyo versucht, ihrer Mandantin Mut zuzusprechen und betont, dass diese bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens im Land bleiben könne. Sie zeigt sich überzeugt, dass die Behörden diese Entscheidungen irgendwann revidieren müssten. Doch die junge Frau sorgt sich vor allem um ihren Sohn, der in Kuba zurückgeblieben ist. Die Familie berichtet, der Sohn sei von der Universität verwiesen worden. Statt täglichem Unterricht dürfe er nur noch einmal pro Woche die Hochschule besuchen. Die Begründung der Behörden: Seine Mutter habe das Land verlassen, ohne sich jemals der kommunistischen Jugend oder der Partei angeschlossen zu haben. Hunderttausende Kubaner sind in den vergangenen Jahren auf legalem Weg in die USA eingewandert. Viele von ihnen besaßen lange einen geschützten Aufenthaltsstatus. Seit 2021 kamen mehr als 800.000 Kubaner in die Vereinigten Staaten. Die jetzige Mandantin war im Rahmen des sogenannten Parole-Programms eingereist, das die Regierung von Präsident Joe Biden 2023 einführte, um Menschen aus Krisenstaaten wie Kuba eine legale Einreise zu ermöglichen. Unter Trump wurde dieses Programm jedoch gestoppt. Nun stehen viele Kubaner vor der Aussicht, in ihre ungeliebte Heimat abgeschoben zu werden. Die Betroffene selbst betont, nie illegal eingereist zu sein. Sie habe die legale Möglichkeit zur Einreise erhalten und auf ihre Aufenthaltserlaubnis gewartet. Doch unter der aktuellen Regierung sei alles kompliziert geworden. Nun befinde sie sich in einer illegalen Situation: Sie darf nicht arbeiten, keinen Führerschein machen und kein Bankkonto eröffnen. An jeder Straßenecke fürchte sie, festgenommen, inhaftiert und abgeschoben zu werden – ohne jemals etwas verbrochen zu haben. Diese Unsicherheit, so die Frau, solle niemand erleben müssen. In den USA hat sich eine wachsende Stimmung breitgemacht, die Einwanderer pauschal als kriminell darstellt. Lyudmila Marseyo weist dies entschieden zurück: Diese Reden seien beleidigend und träfen weder auf ihre Familie noch auf ihre Klienten zu. Für viele Kubaner ist die USA zur letzten Hoffnung geworden – doch diese Hoffnung ist für immer mehr von ihnen in eine ungewisse Zukunft umgeschlagen.
Quelle: Arte.Tv (https://is.gd/jMdkc5)
Autor: Leon Latozke
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