Neues aus Kuba
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Ohne Kerosin kein Flug: Air Canada hat ihre Flüge auf die Insel mit sofortiger Wirkung ausgesetzt und organisiert Rückholflüge für tausende gestrandete Passagiere. Auch europäische Airlines reagieren mit technischen Zwischenstopps – mit spürbaren Folgen für den ohnehin angeschlagenen Tourismussektor.
10.02.2026 08:15 Uhr
Air Canada, die größte kanadische Fluggesellschaft, hat angekündigt, ihre Flüge auf die Insel mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Grund ist der akute Mangel an Flugbenzin an kubanischen Flughäfen, den die Regierung in Havanna offiziell bestätigt hat.
Nach Angaben der Airline sollen in den kommenden Tagen Maschinen ohne Passagiere nach Kuba geschickt werden, um rund 3.000 gestrandete Kunden zurück nach Kanada zu bringen. Für diese Rückholflüge will Air Canada zusätzliches Kerosin mitführen und – falls erforderlich – technische Zwischenstopps zum Auftanken einlegen. Die kubanische Regierung hatte internationale Fluggesellschaften darüber informiert, dass im Zeitraum vom 10. Februar bis zum 11. März 2026 kein Flugtreibstoff mehr zur Verfügung stehe. Verantwortlich gemacht wird dafür das von Havanna als „Öl-Belagerungszustand“ bezeichnete Vorgehen der USA. Ende Januar unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das Ländern, die Kuba mit Treibstoff beliefern, mit Strafzöllen droht. Zuvor waren nach der US-Intervention in Venezuela die Öllieferungen nach Kuba zum Erliegen gekommen. Air Canada bediente bislang durchschnittlich 16 wöchentliche Flüge von Toronto und Montreal zu vier kubanischen Flughäfen, darunter Varadero, Holguín und Santa Clara. Die Aussetzung dieser Verbindungen wiegt schwer, denn Kanada ist der wichtigste Herkunftsmarkt für den kubanischen Tourismus. 2025 reisten nach offiziellen Angaben rund 754.000 Kanadier nach Kuba – bereits ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Auch andere Airlines reagieren. Die spanischen Gesellschaften Air Europa und Iberia kündigten an, ihre täglichen Flüge von Havanna nach Madrid künftig mit einem Tankstopp in der Dominikanischen Republik durchzuführen. Weitere kanadische Fluglinien passen Frequenzen an oder ermöglichen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen. Der wachsende Druck auf den Luftverkehr verschärft die ohnehin angespannte Lage des Tourismussektors, einer der wichtigsten Devisenquellen des Landes. Die Regierung in Havanna hat ein Notfallpaket beschlossen, um mit der Energieknappheit umzugehen. Dazu zählt unter anderem die „Kompaktierung“ von Hotelinfrastruktur – ein weiteres Signal dafür, wie tief die Krise inzwischen in das wirtschaftliche Rückgrat der Insel greift.
Quelle: Caracol
Autor: Leon Latozke
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