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30.08.2026 10:30 Uhr
Air Europa bleibt die einzige spanische Airline mit Linienflügen nach Kuba und weitet ihr Angebot aus: fünf bis sechs Flüge wöchentlich im Dezember, ab April 2027 eine tägliche Verbindung nach Havanna.
Abbildung: Air Europa – Letzte spanische Airline nach Havanna (Symbolbild Quelle: Arpingstone, Air.europa, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC0 1.0)
Während eine Fluggesellschaft nach der anderen ihre Kuba-Verbindungen streicht, macht ein spanischer Anbieter Geschäft mit der Lücke: Air Europa ist nach dem Abschied von Iberia, World2Fly und Plus Ultra die einzige spanische Airline, die noch Linienflüge auf die Insel anbietet – und die Nachfrage bleibt offenbar stabil, trotz Ticketpreisen, die andernorts als abschreckend gelten.
Vier wöchentliche Verbindungen nach Havanna hält das Unternehmen der Familie Hidalgo derzeit aufrecht; eine davon kam erst im Juli hinzu. Die Maschinen müssen dabei einen Umweg in Kauf nehmen: Weil auf Kuba das Kerosin knapp ist, wird in der Dominikanischen Republik zwischengelandet und getankt. Das kostet Zeit und Geld, hat die Kalkulation aber offensichtlich nicht gekippt. Bereits im Sommer stellte Air Europa in Aussicht, die Frequenz bei guten Ergebnissen bis November auf sechs anzuheben. Das Buchungssystem der Airline deutet auf noch mehr hin: Für Dezember sind fünf bis sechs Flüge pro Woche eingestellt, ab dem 1. April 2027 sogar eine tägliche Verbindung. Dass die Rechnung aufgeht, hat einen strukturellen Grund. Spanien ist nach den USA das wichtigste Wohnsitzland der kubanischen Auswanderung – ein Passagieraufkommen, das weit weniger konjunkturanfällig ist als der klassische Pauschaltourismus. Wer Angehörige besucht, storniert seltener als jemand, der zwischen Varadero und einem anderen Karibikziel wählt. Hinzu kommt die politische Nähe. Der Mutterkonzern Globalia unterhält auf der Insel nicht nur Flug-, sondern auch Immobilienprojekte, und die kubanische Führung hat sich für das Durchhalten der Gruppe wiederholt öffentlich bedankt. In Havanna, wo internationale Partner reihenweise abspringen, ist Verlässlichkeit inzwischen eine harte Währung. Ungetrübt ist die Bilanz allerdings nicht. In Spanien beschäftigt die Justiz weiterhin die staatliche Rettung von 475 Millionen Euro, die Air Europa 2020 erhielt. Im Juni ließ ein Madrider Gericht Klagen von PP und Vox wegen mutmaßlicher Rechtsbeugung im Verwaltungsverfahren zu. Der Kontrast zum Rest der Branche bleibt dennoch scharf. Allein 2026 haben Air Canada, Air France, WestJet, Sunwing, Air Transat, Iberia, Latam Perú und Turkish Airlines ihre Kuba-Flüge eingestellt, ausgedünnt oder umgebaut. Die türkische Gesellschaft, die seit Ende vergangenen Jahres nach einem Einstieg von 300 Millionen Euro 26,5 Prozent an Air Europa hält, wollte zum Winterflugplan selbst zurück nach Havanna: dreimal wöchentlich ab Istanbul, ab dem 25. Oktober, mit Anschluss ab Moskau-Vnukovo. Seit Mitte August waren Tickets buchbar. Ende August verschwanden sie wieder. Ein Unternehmenssprecher bestätigte Diario de Cuba, die Flüge seien gestrichen und nur kurzzeitig im Reservierungssystem sichtbar gewesen; eine eigenständige Route Moskau–Istanbul–Havanna habe es nie gegeben, die Moskau-Flüge liefen unverändert. Es ist der zweite Rückzieher binnen fünf Monaten – Ende März hatte Turkish Airlines den Betrieb wegen Kerosinmangels und schwacher Nachfrage bereits einmal eingestellt. Über die Ursachen des Exodus der Fluglinien kursiert eine verkürzte Deutung: Es seien die US-Sanktionen gegen regimenahe Unternehmen, die die Airlines vertrieben. Der direkte Auslöser ist ein anderer – es fehlt schlicht an Kerosin, an Passagieren und an einem funktionierenden Tourismusmarkt. Dass es dazu kam, hat wiederum mit Washington zu tun: Die Ölblockade und die OFAC-Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Stützpfeiler des Regimes verschärfen eine ohnehin tiefe Krise. Auf der Strecke Madrid–Havanna bleibt neben Air Europa nur Air China mit zwei wöchentlichen Frequenzen, die laut Reservierungssystem bis zum Sommer 2027 bestehen sollen. Iberia hat die Aussetzung ihrer eigenen Flüge bis Juli 2027 verlängert und verkauft ihre Havanna-Tickets vorerst über Panama-Stadt weiter. Autor: Leon Latozke
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