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Kuba erlebt eine der schwersten Gesundheitskrisen der vergangenen Jahre: Die Zahl schwerer Dengue- und Chikungunya-Fälle steigt weiter, landesweit liegen mehr als 100 Menschen auf Intensivstationen – darunter überwiegend Kinder und Jugendliche.
26.11.2025 08:56 Uhr
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Die gesundheitliche Lage in Kuba spitzt sich weiter zu: Die Zahl schwerer Verläufe von Dengue und Chikungunya steigt rasant, und inzwischen werden landesweit mehr als 100 Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch behandelt. Besonders alarmierend ist der hohe Anteil von Minderjährigen – 84 der 105 kritisch Erkrankten sind unter 18 Jahre. Laut dem Gesundheitsministerium wurden bislang 34.824 Chikungunya-Fälle erfasst, 1.028 davon durch PCR bestätigt. Allein innerhalb von 24 Stunden kamen 934 neue Infektionen hinzu.
Am stärksten betroffen sind die Provinzen Cienfuegos, Holguín und Ciego de Ávila, doch auch andere Regionen melden eine hohe Übertragung. Vierzehn der 15 Provinzen registrieren derzeit eine ausgeprägte zirkulierende Viruslast. Die Krankenhäuser arbeiten am Limit: Die Intensivstationen füllen sich weiter, und insbesondere Einrichtungen in La Habana und Ciego de Ávila berichten von Engpässen bei Personal und Ausrüstung. Stromausfälle, Medikamentenmangel und überfüllte Stationen verschärfen die Versorgungslage zusätzlich. Die Bekämpfung der Stechmücken bleibt eine zentrale Schwachstelle. Trotz Maßnahmen zur Vektorkontrolle wurden innerhalb eines Tages 369 neue Brutstätten entdeckt. Hinzu kommt die Präsenz einer weiteren Stechmückenart, des Aedes bitatus, deren epidemiologische Rolle noch unklar ist. In der Bevölkerung wächst der Unmut angesichts ausbleibender Erfolge und knapper Ressourcen. Der kubanische Arzt Lucio Enriquez Nodarse spricht inzwischen nicht mehr nur von einer Epidemie, sondern von einer „Sindemie“. Dengue und Chikungunya zirkulieren parallel in einer Bevölkerung, deren Immunsystem durch jahrelange Unterernährung, Proteinmangel und chronischen Stress geschwächt sei. Diese Kombination führe zu einer erhöhten Sterblichkeit und zu komplexen Krankheitsverläufen, die weit über das übliche epidemiologische Muster hinausgingen. Enriquez wirft den Behörden vor, das Ausmaß der Krise zu beschönigen, und ruft dazu auf, reale Testergebnisse öffentlich zu machen, um die Situation sichtbar zu machen. Kuba steht damit vor einer seiner schwersten gesundheitlichen Belastungsproben seit Jahren. Die Syndemie aus Dengue und Chikungunya trifft auf ein strukturell ausgedünntes Gesundheitssystem – und besonders auf die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft.
Quelle: Canal Caribe/Youtube (https://t1p.de/xinyi)
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Text: Leon Latozke
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