Neues aus Kuba
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21.02.2026 09:30 Uhr
Ein Aufstand in einem kubanischen Hochsicherheitsgefängnis endete mit mindestens sieben Toten und zahlreichen Verletzten. Auslöser war der Tod eines jungen Insassen nach Misshandlungen. Augenzeugen berichten von massiver Repression durch Einsatzkräfte, Tränengas und Gummigeschossen.
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Im Hochsicherheitsgefängnis von Canaleta in der kubanischen Provinz Ciego de Ávila kam es am Mittwoch (18.) zu einem gewaltsamen Aufstand unter den Insassen. Nach Angaben der NGO Prisoners Defenders wurden mindestens sieben Häftlinge getötet und zahlreiche weitere verletzt. Auslöser war offenbar der Tod eines jungen Insassen, der nach einer körperlichen Misshandlung in seiner Zelle erhängt aufgefunden wurde.
Nach Berichten von Augenzeugen begann der Vorfall, als ein Gefangener über unzureichende Ernährung klagte. Laut Aussagen wurde er daraufhin geschlagen und kurze Zeit später tot in seiner Zelle aufgefunden. Im Anschluss setzten die Insassen Protestaktionen in Gang, die sich in Rufen wie „Patria y Vida“ („Heimat und Leben“), „Freiheit“ sowie politischen Parolen gegen Präsident Miguel Díaz-Canel äußerten. Die kubanischen Behörden reagierten mit Repression. Einheiten aus Ciego de Ávila und Sancti Spíritus gingen gegen die aufständischen Häftlinge vor. Augenzeugen berichten vom Einsatz von Gummigeschossen, Pfefferspray und körperlicher Gewalt. Spezialtruppen sollen in den frühen Morgenstunden zur Verstärkung eingetroffen sein. Canaleta gilt als strengstes Gefängnis der Provinz. Es befindet sich am Stadtrand der Provinzhauptstadt Ciego de Ávila und beherbergt nach Medienberichten mehr als 3.000 Häftlinge. Die Anlage wurde in den 1960er-Jahren mit Holzbaracken errichtet und 1975 um mehrstöckige Gebäude erweitert. Doppelte Zäune und Betonmauern umgeben das Gelände. Prisoners Defenders zählt derzeit 1.207 politische Gefangene auf der Insel. Die kubanische Regierung bestreitet diese Zahl. Laut Cubalex gab es 2025 mindestens 41 Todesfälle in kubanischen Gefängnissen, die auf unzureichende Haftbedingungen, mangelnde Ernährung und fehlende medizinische Versorgung zurückzuführen sind. Zudem wurden 1.330 Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, darunter Übergriffe, medizinische Vernachlässigung, schlechte Lebensbedingungen und Nahrungsmangel. Besonders die Praktiken im Gefängnis von Canaleta werden seit Jahren kritisiert. Augenzeugen und Angehörige berichten von systematischen Misshandlungen, interner Korruption und schlechten sanitären Bedingungen. Der Zugang zu Medikamenten und ausreichender Nahrung sei eingeschränkt, selbst während Besuchszeiten. Das kubanische Innenministerium teilte in einem knappen Statement mit, dass der Aufstand in Canaleta durch zwei Häftlinge „zusammen mit anderen Insassen“ eine „schwere Verletzung der Gefängnisordnung“ verursacht habe. Angaben zu Verletzten oder Toten machte die Behörde nicht.
Quellen: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/m2asa), Havanna Times (https://t1p.de/dgc6c)
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