Neues aus Kuba
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Die kubanische Regierung weist Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurück, wonach Kuba kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Außenminister Bruno Rodríguez wirft Washington gezielte Desinformation und die bewusste Ausblendung der Folgen der US-Sanktionspolitik vor.
06.01.2026 22:45 Uhr
Die kubanische Regierung hat scharf auf jüngste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump reagiert, der Kuba nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro als „kurz vor dem Zusammenbruch“ bezeichnet hatte. Havanna wies diese Einschätzung entschieden zurück und warf Washington vor, die eigene Rolle bei der wirtschaftlichen Misere der Insel gezielt auszublenden.
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez erklärte am Dienstag im Onlinedienst X, die Aussagen Trumps zeugten von einem „völligen Unwissen über Kuba“. Der US-Präsident ignoriere bewusst die Folgen der verschärften US-Sanktionspolitik, die Rodríguez als „kriminelle Politik der Erstickung und des Wirtschaftskrieges“ bezeichnete. Diese verursache massive Schäden und verschärfe die Notlage kubanischer Familien. Zugleich betonte der Außenminister den Widerstandswillen der Regierung und erklärte, man sei in Kuba „bereit, sein Leben zu geben“. Trump hatte zuvor erklärt, Kuba stehe wirtschaftlich vor dem Kollaps, da das Land keine nennenswerten Einnahmen mehr habe und nun auch keinen Zugang mehr zu venezolanischem Öl. Viele kubanischstämmige US-Amerikaner würden diese Entwicklung begrüßen, sagte der Präsident. Rodríguez entgegnete, Trump übernehme damit „die Agenda der Lügen kubano-amerikanischer Politiker und anderer Interessengruppen“, bedrohe das kubanische Volk und verharmlose die Folgen der US-Politik. In den Zusammenhang der Spannungen fällt auch eine Stellungnahme von US-Außenminister Marco Rubio. Der kubano-amerikanische Politiker erklärte nach dem militärischen Zugriff auf Maduro, er wäre „zumindest ein wenig besorgt“, wenn er sich derzeit in Havanna befände. Nach Angaben der kubanischen Regierung kamen bei dem Einsatz 32 kubanische Militärangehörige ums Leben. Sie seien entweder bei direktem Kampf gegen die Angreifer oder infolge von Bombardierungen gefallen. Analysten hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass der engste Sicherheitsring Maduros überwiegend aus kubanischen Kräften bestanden habe – eine Annahme, die weder Caracas noch Havanna offiziell bestätigt hatten. Venezuela galt bislang als wichtigster politischer Verbündeter Kubas und zugleich als zentrale wirtschaftliche Stütze. Die regelmäßigen Lieferungen von venezolanischem Rohöl waren entscheidend für die Energieversorgung der Insel. Berichten zufolge, unter anderem der „New York Times“, soll Kuba einen Teil dieses Öls weiterverkauft haben, unter anderem nach China, und damit zusätzliche Devisen erzielt haben. Mit dem Wegfall dieser Lieferungen droht Havanna nicht nur eine Energieknappheit, sondern auch der Verlust einer wichtigen Einnahmequelle. Die wirtschaftliche Lage Kubas ist seit Jahren angespannt. Rund 80 Prozent der konsumierten Güter müssen importiert werden, da die eigene landwirtschaftliche und industrielle Produktion stark eingebrochen ist. Für diese Importe benötigt das Land Devisen, die jedoch zunehmend fehlen. Die traditionellen Einnahmequellen – Tourismus, Rücküberweisungen aus dem Ausland und medizinische Auslandseinsätze – befinden sich derzeit ebenfalls in einer Krise. Vor diesem Hintergrund verschärfen die politischen Spannungen mit den USA die ohnehin prekäre Situation der Insel weiter.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/4w8gn)
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