Neues aus Kuba
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21.05.2026 19:00 Uhr
Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Die humanitäre Situation in Kuba wird täglich schlimmer. US-Sanktionen und fehlende Öllieferungen treiben das Land in eine schwere Krise.
Die Vereinten Nationen verfolgen die sich zuspitzende humanitäre Notlage in Kuba mit wachsender Sorge. Wie Stéphane Dujarric, Sprecher von Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, an diesem Mittwoch (20.) erklärte, „steigt das Niveau der Besorgnis jeden Tag, da sich die humanitäre Lage in Kuba weiter verkompliziert“.
Diese Entwicklung steht im direkten Zusammenhang mit dem verschärften US-Sanktionsregime, das nicht nur neue Wirtschaftsstrafen umfasst, sondern auch die Energieversorgung des Landes gezielt zu strangulieren droht. Insbesondere das von Washington verhängte Ölembargo trifft die bereits schwer angeschlagene kubanische Wirtschaft hart. Interessanterweise war das Thema Kuba bei einem kürzlich geführten Telefonat zwischen Guterres und US-Außenminister Marco Rubio jedoch nicht auf der Tagesordnung, wie Dujarric auf Nachfrage präzisierte. Bereits Mitte Mai hatte der UN-Chef die desaströsen Lebensbedingungen in Kuba öffentlich angeprangert. Damals unterstrich Guterres, dass es für die Krise keine militärische Lösung geben dürfe. Stattdessen forderte er die Konfliktparteien zu einem konstruktiven Dialog auf, der das Leid der Bevölkerung lindern könnte. Zugleich bekräftigte er die ablehnende Haltung der Vereinten Nationen gegenüber den US-Sanktionen, die er als Bruch des Völkerrechts wertete. Eine Wiederholung der US-Militäroperation in Venezuela auf Kuba hält Guterres für ausgeschlossen. Seine Appelle an die Vernunft stehen jedoch im Schatten der konkreten Not: Seit Wochen versucht die UNO, ein humanitäres Öl-Kontingent in das Land zu schleusen. Erste Gespräche mit der US-Regierung über eine entsprechende Genehmigung laufen seit März, doch bislang blieb die Initiative erfolglos. Derweil ist die Lage auf der Insel prekär. Die einzige größere Öllieferung der letzten sechs Monate kam aus Russland – rund 100.000 Tonnen Rohöl, die bereits verbraucht sind. Die kubanische Führung reagierte mit drastischen Notmaßnahmen, darunter strikte Rationierungen des Kraftstoffverkaufs. Dies treibt die Transportkosten in die Höhe und behindert die Arbeit humanitärer Organisationen vor Ort massiv. Parallel dazu eskalieren die innenpolitischen Spannungen: In mehreren Städten, einschließlich Havanna, kommt es zu Protesten und sogenannten Cacerolazos, bei denen die Menschen mit Töpfen und Pfannen gegen die Versorgungsengpässe und ständigen Stromausfälle demonstrieren. Die wirtschaftliche Talfahrt und die alltäglichen Entbehrungen schüren den Unmut in der Bevölkerung, während internationale Hilfsversuche bislang an den harten politischen Fronten scheitern.
Quelle: EFE/Swissinfo (https://t1p.de/9plot)
Autor: Leon Latozke
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