Neues aus Kuba
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Die kubanische Bevölkerung wird vor einer neuen digitalen Betrugsform gewarnt. Kriminelle rufen an, geben sich als Mitarbeiter eines Paketdiensts aus, und bitten darum, eine Zahlung in der App Transfermóvil zu „berichtigen“.
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In der kubanischen Provinz Sancti Spíritus häufen sich derzeit Betrugsfälle im Zusammenhang mit digitalen Zahlungsdiensten. Mehrere Betroffene haben in Filialen der Banco Popular de Ahorro (BPA) Anzeige erstattet, nachdem unautorisierte Abbuchungen von ihren Konten festgestellt wurden. Die Transaktionen erfolgten über die mobile kubanische Zahlungsanwendung Transfermóvil.
Nach Angaben von Yamila Acosta Meneses, zuständig für Kommunikation und Marketing bei der BPA in Sancti Spíritus, stehen die meisten Fälle im Zusammenhang mit einer gezielten Betrugsstrategie. Gegenüber der staatlichen Lokalzeitung Escambray erklärte sie, dass sich die Täter als Mitarbeiter internationaler Paketdienstleister ausgeben. Das Vorgehen folgt einem klaren Muster: Die mutmaßlichen Betrüger kontaktieren ihre Opfer telefonisch und informieren sie über eine angeblich bereits bezahlte Paketsendung, die jedoch „berichtigen“ werden müsse. Im weiteren Verlauf werden die Angerufenen angewiesen, die App Transfermóvil zu öffnen, sich einzuloggen und im Bereich für Überweisungen eine bestimmte Kontonummer einzugeben. Statt eines Geldbetrags sollen sie dort einen vermeintlichen „Code“ eintragen. Bankvertreter warnen ausdrücklich vor diesem Vorgehen. Die Eingabe eines solchen „Codes“ entspricht technisch einer regulären Überweisung. Dabei wird ein besonderer Effekt ausgenutzt: Führende Nullen in der Betragseingabe werden von der Anwendung ignoriert. Eine Eingabe wie „00012000“ wird somit als Überweisung von 12.000 Pesos interpretiert. Unklar bleibt bislang, wie die Täter an die persönlichen Daten der Betroffenen gelangen. Ein Geschädigter äußerte den Verdacht, dass Informationen von Paketsendungen abgegriffen werden könnten. Auf den Sendungen seien häufig Namen, Adressen und Telefonnummern offen sichtbar angebracht, was einen Missbrauch erleichtere. Die Vorfälle sind Teil einer breiteren Entwicklung: Digitale Betrugsformen nehmen auch in Kuba zu und nutzen gezielt das Vertrauen in staatliche Institutionen sowie die zunehmende Verbreitung mobiler Zahlungsdienste aus. Für zusätzliche Kritik sorgt die Reaktion einzelner Stellen, die in einigen Fällen eine Mitschuld der Betroffenen nahelegten – eine Haltung, die unter den Opfern auf deutliche Ablehnung stößt. Gleichzeitig berichten Behörden von ersten Erfolgen bei der Strafverfolgung. In einzelnen Fällen konnten Tatverdächtige identifiziert und rund 230.000 Pesos sichergestellt werden, die zuvor durch ähnliche Methoden erbeutet worden waren.
Quelle: Escambray
Autor: Leon Latozke
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