Neues aus Kuba
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04.03.2026 10:00 Uhr
Ein bewaffnetes Schnellboot, ein tödlicher Schusswechsel auf offener See und nun Terrorismus-Anklagen: Sechs in den USA lebende Kubaner sitzen in Untersuchungshaft. Die Behörden sprechen von einem gezielten Destabilisierungsversuch – und präsentieren ein Arsenal aus Sturmgewehren, Munition und Drohnenausrüstung.
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Eine Woche nach dem bewaffneten Zwischenfall vor der kubanischen Küste hat die kubanische Generalstaatsanwaltschaft offiziell Anklage wegen Terrorismus gegen sechs Festgenommene erhoben. Die Männer waren an Bord einer Schnellbootmission, die nach Darstellung der Behörden mit umfangreicher Bewaffnung in die Hoheitsgewässer der Insel eingedrungen war. Vier weitere Insassen kamen bei einem Schusswechsel ums Leben.
Nach Angaben des Innenministeriums (MININT) starteten insgesamt zehn kubanische Staatsbürger mit Wohnsitz in den USA in den frühen Morgenstunden von Florida aus in zwei Booten. Eines der Boote musste wegen eines Motorschadens aufgegeben werden. Die Insassen sowie Waffen und Munition seien daraufhin auf das verbliebene, im US-Bundesstaat Florida mit der Nrmmer FL7726SH registrierte Schnellboot übergesetzt. Dieses habe gegen 7.10 Uhr Ortszeit kubanische Gewässer erreicht. Die Behörden berichten, technische Systeme der Grenztruppen hätten das Boot identifiziert. Eine Patrouille sei zur Kontrolle entsandt worden. Etwa zwei Kilometer vor der Küste – mehr als zehn Seemeilen innerhalb kubanischer Hoheitsgewässer – sei es zum Kontakt gekommen. Laut offizieller Darstellung eröffneten die Insassen des Schnellboots das Feuer. Der Schusswechsel habe sich aus rund 20 Metern Entfernung abgespielt. Die Behörden sprechen von 21 Einschlägen im Schnellboot und 13 Treffern im Boot der Grenztruppen. Die Liste der sichergestellten Gegenstände ist umfangreich: Rund 14 Sturmgewehre, elf Pistolen, etwa 13.000 Schuss Munition, 134 Magazine, schusssichere Westen, Schrotflinten, ein Generator, Satellitentechnik, eine Drohne sowie militärische Ausrüstung und Uniformen. In einer Fernsehsendung präsentierten staatliche Stellen Teile des Materials sowie Bilder der beschädigten Boote. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft für die sechs Überlebenden. Der zuständige Leitende Staatsanwalt Edward Roberts Campbell hatte bereits zuvor erklärt, der Strafrahmen reiche von mindestens zehn Jahren Haft bis hin zu lebenslanger Freiheitsstrafe und – nach kubanischem Recht – auch zur Todesstrafe. Der Vorfall ereignet sich in einer Phase angespannter Beziehungen zwischen Havanna und Washington. Die US-Regierung hat nach Öllieferungen nach Kuba unterbunden und politische sowie wirtschaftliche Veränderungen gefordert. Vor diesem Hintergrund deuten kubanische Stellen das Geschehen als Versuch, „Chaos zu säen“ und militärische Einrichtungen anzugreifen. Unabhängige Informationen zum Gesundheitszustand und Aufenthaltsort der verletzten Festgenommenen liegen bislang nicht vor. Die offizielle Kommunikation betont hingegen die Verteidigung staatlicher Institutionen im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung. Der Fall dürfte die ohnehin fragile Lage zwischen beiden Ländern weiter belasten – nicht nur diplomatisch, sondern auch innenpolitisch, wo Sicherheitsfragen zunehmend in den Mittelpunkt rücken.
Quellen: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/obaq4), DW (https://t1p.de/krzb9)
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