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Die zweite „Cuban Boxing Night“ in Varadero rückt Kubas Profiboxen erneut in den internationalen Fokus. Olympiasieger Erislandy Álvarez und der dreifache Amateurweltmeister Lázaro Álvarez verteidigen ihre regionalen WBA-Titel, während mehrere Nachwuchsboxer ihren Einstieg in die Profiliga wagen.
29.11.2025 10:00 Uhr
Varadero rückt an diesem Wochenende erneut in den Mittelpunkt des kubanischen Profiboxens. Im Hotel Meliá Internacional steigt die zweite Ausgabe der „Cuban Boxing Night“, die sowohl vom kubanischen Verband als auch vom Berliner Boxstall AGON Sports getragen wird. Die Veranstalter versprechen einen hochklassigen Kampfabend, der international übertragen wird und die wachsende Präsenz kubanischer Profis auf der Weltbühne unterstreichen soll.
Im Fokus steht Olympiasieger Erislandy Álvarez, der nach intensiven Trainingslagern in China und Kuba seine zweite Titelverteidigung anstrebt. Der 63,5-kg-Boxer trifft im Kampf um die WBA-Continental-Latin-America-Fass auf den Mexikaner Rogelio Jiménez, der in 17 Profikämpfen nur eine Niederlage kassiert hat. Álvarez, bislang ungeschlagen in fünf Profikämpfen, zeigte sich vorab selbstbewusst: Sein letzter Gegner hielt im April lediglich 38 Sekunden durch, und der Olympiasieger kündigte an, auch diesmal früh für klare Verhältnisse sorgen zu wollen. Ebenfalls im Rampenlicht steht Lázaro Álvarez, dreifacher Amateurweltmeister. Er will im Leichtgewicht seine AMB-Americas-Fajta gegen den erfahrenen Raul Hernandez verteidigen. Beide kubanischen Spitzenboxer hatten ihre Titel im April am selben Ort gewonnen, unterstützt durch die internationale Ausrichtung von AGON Sports. Die Fight Card in Varadero ist zudem ein Schaufenster für die nächste Generation kubanischer Profis. Yusnier Sorsano, nationaler Vizemeister, bestreitet seinen zweiten Profikampf und greift nach dem Federlatin-Titel der AMB im Superweltergewicht. Sein Gegner, der Argentinier Nicolás Verón, hat deutlich mehr Profierfahrung, was den Ausgang offen erscheinen lässt. Besonderes Augenmerk gilt auch vier kubanischen Debütanten: Saidel Horta, Alejandro Claro, Nelson Williams und Keylor García steigen erstmals in einen professionellen Ring. Während Horta und Claro internationale Amateurerfolge vorweisen können, treffen sie auf Kontrahenten mit mehr als 15 Profikämpfen – ein bewusst ambitionierter Einstieg, der das Potenzial der neuen Generation prüfen soll. Neben der sportlichen Bühne wurde in Varadero eine wichtige Personalentscheidung für den kubanischen Boxsport bekanntgegeben: Rolando Acebal, langjähriger Cheftrainer der Nationalmannschaft, beendet seine Tätigkeit in dieser Funktion. Er bleibt dem Verband jedoch als technischer Leiter erhalten. Sein Nachfolger wird der Guantanamero Eulises Pouyout, der das Team in den neuen olympischen Zyklus führen soll. Der Wechsel markiert einen Einschnitt für ein System, das traditionell stark auf Kontinuität setzt. Für AGON-Promoter Ingo Volckmann hat der Kampfabend strategische Bedeutung. Die Präsenz in Kuba soll die internationale Reichweite des Berliner Boxstalls erhöhen und kubanischen Talenten stabile Strukturen bieten. Alle Kämpfe werden weltweit kostenlos auf dem YouTube-Kanal von AGON übertragen – ein Schritt, der dem Profiboxen auf der Insel zusätzliche Sichtbarkeit verschaffen dürfte. Varadero bereitet sich damit auf eine weitere sportliche Nacht vor, in der etablierte Kräfte ihre Ambitionen untermauern und neue Gesichter den Sprung in die Profitour wagen wollen. Für den kubanischen Boxsport, der sich zwischen Tradition und neuer Professionalisierung bewegt, ist die Veranstaltung ein weiterer Prüfstein auf dem Weg zurück zu internationaler Stärke.
Quelle: Granma (https://t1p.de/yr2ce)
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Text: Leon Latozke
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