Neues aus Kuba
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08.04.2026 09:00 Uhr
Der Berliner Verein Interbrigadas organisiert praktische Solidarität mit Lateinamerika. Aus einer Schüleridee entstand ein Netzwerk, das besonders Kuba unterstützt. Mit Spenden für Solarpanels, Partnerschaften vor Ort und jährlichen Brigaden in Viñales setzen Ehrenamtliche auf Hilfe zur Selbsthilfe.
In einem unscheinbaren Büro im Berliner Wedding herrscht Hochbetrieb, wenn anderswo die Lichter ausgehen. Hier schlagen die Herzen der Interbrigadas, eines eingetragenen Vereins, der sich der aktiven Solidarität mit Lateinamerika verschrieben hat. Ein aktueller Beitrag des rbb gibt nun Einblick in diese Arbeit, die einst als Vision des heutigen Lehrers David Wende während seiner Schulzeit begann und sich seither zu einem professionellen Netzwerk ehrenamtlicher Hilfe entwickelt hat.Die Motivation ist klar: Wo staatliche Strukturen an ihre Grenzen stoßen oder politische Blockaden die Versorgung abschneiden, packen die Interbrigadisten an.
Aktuell steht Kuba im Zentrum ihrer Bemühungen. Die Inselnation kämpft mit den massiven Auswirkungen des verschärften US-Embargos. In den kubanischen Krankenhäusern fehlt es am Nötigsten: Einfaches Verbandsmaterial ist Mangelware, lebenswichtige Medikamente sind kaum zu bekommen, und selbst die Desinfektion von Operationsbesteck wird ohne funktionierende Technik zur Herausforderung. Unterstützt werden die Berliner dabei von Menschen wie einem palästinensischen Arzt, der einst auf Kuba studierte und nun der historischen Solidarität der Kubaner mit seinem Volk etwas zurückgeben möchte. Ein besonders kritisches Problem ist die Energiekrise. Seit Donald Trump den Export von Erdöl nach Kuba untersagte, sind Stromausfälle an der Tagesordnung. Für die Interbrigadas ist die Antwort darauf technischer Fortschritt und ökologische Nachhaltigkeit: Sie sammeln Spenden für Solarpanels. Diese werden jedoch nicht mühsam aus Deutschland verschifft, sondern direkt vor Ort von Partnern aus Vietnam oder China gekauft – das Problem ist rein finanzieller Natur. Besonders greifbar wird die Arbeit in Viñales, im Nordwesten der Insel. Seit sechs Jahren reisen die Berliner im Sommer dorthin, um regierungsunabhängige Kultur- und Sozialprojekte zu unterstützen. Diese Projekte müssen sich selbst tragen und erhalten keine staatlichen Fördergelder. Ob beim Bau einer überdachten Bühne mit einfachsten Mitteln oder bei der Anlage eines Permakulturgartens zur Selbstversorgung – die Zusammenarbeit ist eng. Die Berliner lernen dabei ebenso viel von der Improvisationskunst und Resilienz der Kubaner, wie sie an Fachwissen und Arbeitskraft einbringen. Trotz der massiven Auswanderungswelle und der schwierigen politischen Großwetterlage lassen sich die Interbrigadisten nicht beirren. Monatlich werden Sachspenden über die Organisation KUBA-SI verschifft. Das Ziel bleibt bestehen: Hilfe zur Selbsthilfe, die direkt bei den Menschen ankommt und zeigt, dass Solidarität keine Grenzen kennt. Auch für diesen Sommer ist die nächste Brigade bereits in Planung. Autor: Leon Latozke
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