Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Die Chikungunya-Epidemie auf Kuba führt derzeit zu einem deutlichen Anstieg importierter Fälle in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut warnt vor einem erhöhten Infektionsrisiko, während die Impfempfehlungen der STIKO angesichts eingeschränkter Verfügbarkeit einzelner Impfstoffe besondere Bedeutung gewinnen.
12.12.2025 05:30 Uhr
![]()
Das Robert-Koch-Institut (RKI) registriert einen ungewöhnlich starken Anstieg importierter Chikungunya-Fälle, der maßgeblich auf ein aktuelles Ausbruchsgeschehen in Kuba zurückgeht. Nach Angaben des jüngsten Epidemiologischen Bulletins wurden bis Anfang Dezember 171 Fälle in Deutschland gemeldet, davon 33 mit direktem Bezug zu Reisen nach Kuba. In den Vorjahren waren aus dem Karibikstaat kaum Erkrankungen übermittelt worden. Die nun deutlich erhöhte Fallzahl wird auf die Folgen des Hurrikans Melissa Ende Oktober zurückgeführt, der offenbar die Lebensbedingungen für die übertragenden Mücken begünstigt hat.
Trotz verstärkter Maßnahmen zur Vektorkontrolle bleibt das Infektionsrisiko auf Kuba laut RKI seit Oktober deutlich erhöht. Insbesondere in den Monaten November und Dezember kam es bei Reisenden zu einer Häufung von Ansteckungen. Das Institut mahnt, dass Rückkehrer mit Symptomen wie Fieber, ausgeprägten Gelenkschmerzen oder Hautausschlägen verstärkt auf eine mögliche Chikungunya-Infektion untersucht werden sollten. Der wirksamste Schutz für Reisende sei weiterhin ein konsequenter Mückenschutz, da die Aedes-Mücken, die das Virus übertragen, vor allem tagsüber aktiv sind. Zur Prävention stehen in der EU inzwischen zwei Impfstoffe zur Verfügung: Ixchiq von Valneva und Vimkunya von Bavarian Nordic. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit Juli 2025 eine Impfung für Personen ab zwölf Jahren, die in Regionen mit laufendem Ausbruchsgeschehen reisen. Allerdings ist die Versorgungslage nicht vollständig gesichert: Beim Impfstoff Vimkunya bestehen derzeit Lieferengpässe, die voraussichtlich bis zum Jahresende andauern. Um die Versorgung dennoch sicherzustellen, hat das Paul-Ehrlich-Institut Ende November die Einfuhr von Impfstoffchargen mit französischer Beschriftung genehmigt. Für Kuba-Reisende bedeutet die aktuelle Lage eine erhöhte gesundheitliche Vorsorgepflicht. Die Kombination aus klimatischen Folgen des Hurrikans und saisonal intensiver Mückenaktivität hat zu einer epidemiologisch relevanten Verschärfung der Situation geführt. Das RKI ruft daher zu erhöhter Aufmerksamkeit bei Reiserückkehrern und medizinischem Personal auf, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und mögliche weitere Übertragungen zu verhindern.
Quelle: RKI (https://t1p.de/eu7r4)
Anzeige (G2)
|
|
Letzte Meldungen
Text: Leon Latozke
Anzeige (G1)
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |