Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Die US-Gesundheitsbehörde warnt vor einem Chikungunya-Ausbruch in Kuba, vor allem in der Provinz Matanzas. Reisende sollen verstärkte Vorsichtsmaßnahmen treffen, da das durch Mücken übertragene Virus schwere Gelenkschmerzen und Fieber verursachen kann. Schwangere sollten von Reisen absehen.
01.10.2025 08:10 Uhr
Abbildung: James Gathany, CDC, Aedes-albopictus, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben für Kuba eine Reisewarnung der Stufe 2 ausgesprochen, nachdem von einem Ausbruch des Chikungunya-Virus auf der Karibikinsel berichtet wurde. Besonders betroffen ist die Provinz Matanzas, rund 100 Kilometer östlich von Havanna. Reisende werden aufgefordert, verstärkte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, da das Virus durch Mücken übertragen wird und schwere Gelenkschmerzen verursachen kann, die Betroffene über Monate stark einschränken. Auch Brasilien, Kolumbien und Indien verzeichnen derzeit zunehmende Fallzahlen; weltweit wurden 2025 bereits über 317.000 Infektionen gemeldet. Gesundheitsbehörden warnen, dass insbesondere in den Amerikas ein erhöhtes Ausbreitungsrisiko besteht.
Chikungunya kann nach Expertenmeinung theoretisch durch den Stich verschiedener Stechmücken der Gattungen Anopheles (Malariamücken), Stegomyia, Culex und Mansonia übertragen werden. Bislang sind als eindeutige Überträger die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und die ursprünglich aus Ostasien stammende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) nachgewiesen. Typische Symptome treten drei bis sieben Tage nach der Infektion auf und umfassen hohes Fieber, starke Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Kopfschmerzen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich verlaufen, bisher wurden in Kuba jedoch keine Todesfälle registriert. Eine spezifische Therapie existiert nicht; Betroffene können lediglich die Symptome durch Schmerzmittel und Flüssigkeitszufuhr lindern. Bis zu 35 Prozent der Infizierten bleiben asymptomatisch, wodurch die tatsächliche Zahl der Erkrankten schwer abschätzbar ist. Die CDC begründet die Reisewarnung mit der Sorge, dass sich der Ausbruch in Matanzas auf andere Regionen Kubas ausbreiten könnte und dadurch auch Reisende stärker gefährdet werden. Obwohl kubanische Behörden keine genauen Zahlen nennen, gilt die Ausbreitung des Virus in der Provinz als signifikant. Weltweit sind neben Kuba vor allem Brasilien mit über 210.000 Fällen betroffen; auch Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, die Philippinen und Thailand verzeichnen bedeutende Ausbrüche. Die Pan American Health Organization (PAHO) mahnt Reisende und Einheimische gleichermaßen, geeignete Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche zu ergreifen. Für Touristen in Kuba empfiehlt die CDC unter anderem das Tragen von langärmliger Kleidung, die Nutzung von Insektenschutzmitteln mit DEET und den Aufenthalt in klimatisierten Unterkünften mit geschlossenen Fenstern und Türen. Die Mücken sind vor allem während der Dämmerung aktiv. Außerdem wird Reisenden nahegelegt, eine Chikungunya-Impfung in Erwägung zu ziehen. Diese einmal verabreichte Impfung schützt nachweislich zu 99 Prozent vor symptomatischen Infektionen. Schwangeren Frauen wird von einer Reise nach Kuba abgeraten, da das Virus während der Schwangerschaft Risiken bergen kann. Die Warnung unterstreicht, dass Chikungunya nicht nur ein tropisches Phänomen ist. Die kürzliche Entdeckung eines lokal erworbenen Falles auf Long Island in New York zeigt, dass das Virus auch außerhalb der Tropen Fuß fassen kann. Damit steigt die Bedeutung präventiver Maßnahmen für Reisende weiter. Die CDC mahnt, bereits bei Reiseplanung aktiv zu werden, um sich gegen das Virus zu schützen.
Quellen: CDC (https://t1p.de/l27zx), Wikipedia (https://t1p.de/2qztm)
Anzeige (G2)
|
|
Letzte Meldungen
Text: Leon Latozke
Anzeige (G1)
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |