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Nach dem Hurrikan Melissa breitet sich in Kuba der Chikungunya-Virus rasant aus. Offizielle Zahlen melden bislang über 20.000 Fälle, Besonders die östlichen Provinzen sind gefährdet, da Überschwemmungen u d mangelnde Sanitärinfrastruktur optimale Bedingungen für die Mückenüberträger schaffen.
10.11.2025 08:00 Uhr
Nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa ist Kuba besonders in den östlichen Provinzen anfällig für Infektionskrankheiten. Die kubanischen Gesundheitsbehörden meldeten mittlerweile insgesamt 20.062 bestätigte Chikungunya-Fälle sowie rund 2.000 Verdachtsfälle von Dengue. Betroffen sind vor allem die westlichen und zentralen Provinzen, darunter Havanna, Matanzas, Cienfuegos und Camagüey. Experten warnen jedoch, dass die offiziellen Zahlen die tatsächliche Ausbreitung der Krankheit erheblich unterschätzen. Viele Erkrankte werden zu Hause versorgt, da Arztbesuche wegen überlasteter Kliniken oder fehlender Medikamente nur eingeschränkt möglich sind.
Die Bevölkerung versucht, mit Selbstmedikation und Ratschlägen aus sozialen Medien die Erkrankung zu bewältigen. Die mangelnde Immunität der kubanischen Bevölkerung trägt zu einer rasanten Ausbreitung bei. Gleichzeitig bleibt die staatliche Prävention hinter den Anforderungen zurück: Die Bekämpfung von Mückenbrutstätten scheitert an fehlendem Personal, niedrigen Löhnen und unzureichender Ausrüstung. Temporäre Säuberungskampagnen enden oft nach wenigen Tagen, und Müll sowie stehendes Wasser sorgen weiterhin für ideale Bedingungen für die Überträger der Krankheiten. Besonders die östlichen Provinzen, einschließlich Santiago de Cuba, Granma und das Cauto-Tal, stehen nun im Fokus der Sorge. Dort haben Sturmfluten und Überschwemmungen die Lebensbedingungen massiv verschlechtert. Viele Menschen mussten auf Veranden oder in notdürftigen Unterkünften schlafen. Die Kombination aus Überschwemmungen, stehenden Gewässern, Müllbergen und fehlender Fumigation schafft optimale Voraussetzungen für die Ausbreitung von Chikungunya. Aktivisten und lokale Initiativen versuchen, medizinische Versorgung in die am stärksten betroffenen Regionen zu bringen. Dennoch bleibt die Situation angespannt: Solange infrastrukturelle Defizite und Personalengpässe bestehen, werden sich Infektionen weiter ausbreiten.
Quelle: Havanna Times (https://t1p.de/dmj70)
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