Neues aus Kuba
China bekundet „entschlossene Unterstützung“ für Kuba angesichts wachsenden Drucks aus den USA15/4/2026
15.04.2026 23:00 Uhr
Als Reaktion auf US-Drohungen bekundet China entschiedene Solidarität mit Kuba. Chinas Außenamt kritisiert die amerikanische „Zwangsdiplomatie“ und unterstützt Havanna im Schutz seiner Souveränität.
Abbildung: Symbolbild © Jorge Royan / http://www.royan.com.ar / CC BY-SA 3.0, Havana - Cuba - 3706, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 3.0
In einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen hat die Volksrepublik China ihre unerschütterliche Solidarität mit Kuba bekundet. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, bekräftigte am Mittwoch (15.), Peking werde Kuba „entschlossen dabei unterstützen, seine nationale Souveränität zu wahren und sich externer Einmischung zu widersetzen“. Diese Erklärung wird als direkte Reaktion auf die jüngste Verschärfung des von den USA geführten wirtschaftlichen Drucks auf die Karibikinsel verstanden, den China als „Zwangsdiplomatie“ verurteilt.
Die Krise hat sich im Frühjahr 2026 zugespitzt, nachdem die US-Administration unter Präsident Donald Trump ihre Sanktionspolitik forcierte. Ein zentrales Element ist ein Energie-Embargo, das die Lieferung von Erdöl nach Kuba unterbinden soll. Die USA untersagten Venezuela die Belieferung Kubas und drohten anderen Staaten mit Strafzöllen, sollten sie einspringen. Zwar gestattete Washington kürzlich angesichts einer drohenden humanitären Katastrophe die Ankunft eines Öltankers, signalisierte aber gleichzeitig die Fortsetzung der Blockadepolitik. Trump selbst äußerte am Montag im Weißen Haus, man werde sich „möglicherweise Kuba zuwenden“, sobald der Konflikt mit Iran beigelegt sei. Dabei kritisierte er die historische Führung unter Fidel Castro, vermied jedoch – anders als Außenminister Marco Rubio – explizite Forderungen nach einem Regimewechsel. Parallel zu diesen Drohgebärden laufen jedoch seit Mitte März offiziell bestätigte Gespräche zwischen Washington und Havanna. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel zeigte sich in einer NBC-Interview bereit, US-Investitionen in die heimische Ölexploration zu ermöglichen. „Kuba wird amerikanische Unternehmen gerne willkommen heißen, die kommen und sich beteiligen wollen“, so Díaz-Canel. Gleichzeitig betonte er die Verteidigungsbereitschaft der Revolutionsarmee gegen jede mögliche Invasion und verwies auf laufende Prospektionen nach neuen Erdölvorkommen. Nur wenige Tage vor der chinesischen Stellungnahme bekräftigte auch Russland, ein historischer Verbündeter Kubas, seine Unterstützung. Vizeaußenminister Sergei Ryabkov betonte nach einem Treffen mit Díaz-Canel in Havanna die „sehr besondere, sowohl politische als auch emotionale“ Beziehung zwischen beiden Ländern. „Kuba zu verraten ist undenkbar, wir können es nicht seinem Schicksal überlassen“, sagte Ryabkov. In einer klaren Botschaft an Washington fügte er hinzu, Russland habe keine Absicht, die westliche Hemisphäre zu verlassen, ungeachtet der US-„Obsession“, sowohl Russland als auch China aus der Region zu verdrängen. Diese Neuauflage der Monroe-Doktrine sei, so Ryabkov, völlig veraltet im Kontext moderner internationaler Beziehungen. Während die USA ihren Druck mittels Energieblockade und diplomatischer Isolation forcieren, suchen die kubanischen Behörden nach ökonomischen Partnern und signalisieren zugleich militärische Entschlossenheit. Die eindeutigen Solidaritätsbekundungen aus Peking und Moskau unterstreichen, dass Havanna nicht isoliert dasteht und sich die Auseinandersetzung um die Zukunft Kubas zunehmend zu einem Stellvertreterkonflikt größerer Mächte ausweiten könnte. Die kubanische Führung navigiert dabei auf einem schmalen Grat zwischen der Abwehr äußerer Einmischung und der dringend notwendigen Öffnung für ausländische Investitionen, um die tiefgreifende Wirtschafts- und Energiekrise im Land zu bewältigen.
Quellen: EmbHuaXin/X (https://t1p.de/i03b4, https://t1p.de/shwmi)
Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed