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China hat Kuba ein erstes Paket technischer Ausrüstung zur Instandsetzung des öffentlichen Nahverkehrs übergeben. Ziel ist es, besonders stark nachgefragte Linien in Havanna wieder bedienen zu können. Angesichts der anhaltenden Versorgungskrise im Verkehrssektor setzt Kuba verstärkt auf internationale Hilfe – insbesondere auf Partner wie China.
01.08.2025 23:30 Uhr
Mit einer ersten Charge von Ersatzteilen und Ausrüstungen hat China ein Kooperationsprojekt mit Kuba zur Wiederherstellung des öffentlichen Nahverkehrs begonnen. Die Lieferung umfasst mechanische, elektrische und sonstige Komponenten für die Instandsetzung von Bussen und wurde an das staatliche Werk „Evelio Prieto“ in Guanajay übergeben, rund 50 Kilometer südwestlich von Havanna. Dort stehen seit Monaten zahlreiche Fahrzeuge still – vor allem aufgrund technischer Defekte und fehlender Ressourcen.
Die chinesische Hilfe erfolgt im Rahmen eines Programms der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit der Volksrepublik. Ziel ist laut dem chinesischen Botschafter in Havanna, Hua Xin, die schrittweise Wiederherstellung von rund 100 Omnibussen, um den öffentlichen Personentransport in der Hauptstadt zu stabilisieren. Weitere Lieferungen sollen per Schiff folgen. Das Projekt wird von kubanischer Seite durch das Transportministerium, die städtischen Verkehrsbetriebe sowie das Industrieunternehmen CAISA koordiniert. Laut Yuniel de la Rosa, Direktor für Transport in Havanna, sollen mit den instand gesetzten Bussen vorrangig stark nachgefragte Strecken wieder bedient werden – insbesondere solche mit Verbindungen zu Krankenhäusern, Schulen und Wohngebieten. In einem ersten Schritt sei geplant, fünf Busse pro Monat instand zu setzen. Bis Jahresende könnten zwischen 40 und 50 Fahrzeuge wieder in Betrieb genommen werden, erklärte der Direktor des Werkes in Guanajay, Yosvanis Frías. Nach Abschluss der strukturellen Reparaturen sollen auch Innenausstattung und technische Komponenten überholt werden. Die chinesische Initiative trifft auf ein hochgradig dysfunktionales Transportsystem. In einem Bericht vor dem kubanischen Parlament hatte Transportminister Eduardo Rodríguez Dávila kürzlich den Umfang der Krise skizziert. Demnach konnte im vergangenen Jahr lediglich 35 Prozent der geplanten Busverbindungen umgesetzt werden. Gründe seien vor allem der chronische Mangel an Treibstoff sowie der fehlende Zugang zu Ersatzteilen. Auch der Zustand des kubanischen Straßennetzes wurde als zunehmend problematisch beschrieben. Von den rund 2500 registrierten Buslinien im Land sind derzeit fast die Hälfte außer Betrieb. Die noch aktiven 1379 Linien verkehren in der Regel nur zweimal täglich – ein Fahrt am Morgen, eine am Nachmittag. Die Versorgungslage im Verkehrssektor spiegelt die strukturellen Schwierigkeiten wider, mit denen Kuba angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise, der US-Sanktionen und einer weitgehend isolierten internationalen Position zu kämpfen hat. Gleichwohl setzt die Regierung weiter auf externe Hilfen, um einzelne Infrastrukturbereiche zu stabilisieren. Die Kooperation mit China wird von beiden Seiten als strategische Partnerschaft gewertet. Peking hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt Hilfslieferungen in Bereichen wie Energie, Medizin und Landwirtschaft geleistet. Das jüngste Projekt markiert nun einen Vorstoß im Verkehrssektor – mit dem erklärten Ziel, die Mobilität in städtischen Ballungsräumen zumindest punktuell zu verbessern.
Quelle: Cubadebate (https://t1p.de/hphop)
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Text: Leon Latozke
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