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Im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP30 in Belém erklärte Kubas Vizepremier Eduardo Martínez den Hurrikan Melissa, der kürzlich über die Insel zog, zum „direkten Beweis“ des Klimawandels. Havanna fordert tiefgreifende Veränderungen der globalen Wirtschaftsordnung und mehr Unterstützung für Entwicklungsländer, die am stärksten von den Folgen betroffen sind.
07.11.2025 07:57 Uhr
Abbildung: Kubas Vizepremier Eduardo Martínez. Quelle: ACN
Die kubanische Regierung hat den verheerenden Hurrikan Melissa als „direkten Beweis“ für die Realität des Klimawandels bezeichnet. Der Sturm hatte in der vergangenen Woche den Osten der Insel als Hurrikan der Kategorie 3 überquert und dabei erhebliche Schäden angerichtet. In einer Stellungnahme im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP30 in Belém (Brasilien) unterstrich Kubas Vizepremier Eduardo Martínez die Notwendigkeit, die internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu verstärken.
Martínez betonte, dass die globale Klimakrise tiefgreifende Änderungen der Entwicklungsmodelle und Lebensweisen erfordere. Besonders ärmere Länder, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen hätten, seien von den Folgen stark betroffen und würden häufig allein gelassen. „Das derzeitige internationale Wirtschaftssystem bedarf tiefgreifender und beschleunigter Veränderungen“, erklärte der Vizepremier. Er kritisierte außerdem die fehlende internationale Reaktion auf den zeitweisen Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015, das eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zum Ziel hat. Kuba bekenne sich ausdrücklich zum Multilateralismus und dränge darauf, dass die COP30 die politische Ambition im Klimaschutz verstärke. Die kubanische Regierung verweist auf die besondere Verwundbarkeit des Landes gegenüber Naturkatastrophen. Zugleich fordert Havanna, dass die großen Industriestaaten – als Hauptverursacher des Klimawandels – die Entwicklungsländer finanziell und technologisch unterstützen. Kuba verfügt mit dem nationalen Programm Tarea Vida über einen gesetzlichen Rahmen zum Klimaschutz, dessen Umsetzung jedoch durch die anhaltende Wirtschaftskrise stark beeinträchtigt ist. Rund 90 Prozent der auf der Insel erzeugten Energie stammen noch immer aus fossilen Quellen. Um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, hat die Regierung in diesem Jahr mit chinesischer Unterstützung den Bau von rund hundert Solarparks begonnen.
Quelle: ACN (https://t1p.de/1xthe), Demajagua (https://t1p.de/nfwge)
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