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25.09.2026 19:00 Uhr
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Die US-Army-Reserve fragt intern ab, ob sie dem Südkommando binnen 90 bis 120 Tagen Militärpolizei, Sanitätsbrigaden, Pioniere und Logistikverbände stellen kann. Kuba wird in dem Schreiben nicht erwähnt, US-Beamte ordnen die Anfrage aber der Planung für die Insel zu.
Abbildung: Havanna steht nicht in der Anfrage der US-Reserve, doch US-Beamte stellen einen klaren Zusammenhang her. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Die US-Armee lotet aus, ob sie binnen vier Monaten Militärpolizei, Sanitätsverbände und Logistiktruppen für eine Operation in der Karibik bereitstellen kann. Das geht aus einer internen Mitteilung der Army Reserve hervor, über die der US-amerikanische Sender CBS News berichtet. Kuba wird in dem Schreiben nicht genannt. Mehrere US-Beamte ordnen die Anfrage demnach jedoch der laufenden Militärplanung gegenüber der Insel zu.
Sechs Einheitstypen, Frist bis 25. September Das Hauptquartier der Army Reserve bittet seine untergeordneten Kommandos um Rückmeldung, ob sechs Arten von Verbänden verfügbar wären, so der CBNS-Bericht. Diese würden dem Südkommando der US-Streitkräfte (SOUTHCOM) unterstellt und möglicherweise in 90 bis 120 Tagen benötigt. Die Antworten sollten bis zum 25. September eingehen. Gesucht werden unter anderem ein Bataillon zur logistischen Kampfunterstützung, das Transport, Wartung, Treibstoff und Nachschub koordiniert, sowie ein Pionierbataillon. Hinzu kommt ein Logistikkommando, das die Versorgung in einem gesamten Einsatzgebiet steuern würde. Außerdem sieht das Schreiben eine Sanitätsbrigade vor und eine vorgeschobene Chirurgie-Einheit, die Notoperationen und Traumaversorgung nahe an der Truppe leisten soll. Schließlich wird eine Militärpolizeibrigade angefragt. Solche Verbände sind üblicherweise für Sicherheit, Gewahrsam und Ordnungsaufgaben zuständig. Offen bleibt, wie viele Soldaten gebraucht würden, wohin sie verlegt werden könnten und welche Operation sie unterstützen sollen. Hinweise auf bereits erteilte Einsatzbefehle enthält das Dokument nicht. Südkommando verweist auf operative Sicherheit Ein Sprecher des SOUTHCOM erklärte, man äußere sich aus Gründen der operativen Sicherheit nicht zu Truppenbewegungen oder möglichen Einsatzzeitplänen. Das Kommando stimme sich jedoch fortlaufend mit den übrigen Teilstreitkräften ab, um mögliche Anforderungen in seinem Zuständigkeitsbereich zu bewerten. Die Army Reserve reagierte nicht auf eine Anfrage. Das SOUTHCOM hat seinen Sitz in Doral bei Miami. Es ist für Mittel- und Südamerika sowie die Karibik zuständig. Die Anfrage reiht sich in eine Serie militärischer Vorbereitungen ein. Nach Angaben von US-Militärangehörigen erkundeten amerikanische Kräfte Anfang des Jahres den Meeresboden und die Seezugänge rund um Kuba. Zudem seien Luftwaffenkomponenten in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Im Mai prüften Geheimdienste, wie Havanna auf eine US-Militäraktion reagieren könnte. Im Juli wurde bekannt, dass Militärplaner mehrere Optionen durchgespielt hatten, darunter einen Luftlandeangriff der 101. Luftlandedivision mit Tausenden Soldaten. Beamte betonten damals, dies bedeute keine Entscheidung des Präsidenten oder des Pentagons. Kubakunde hatte über die Planspiele des Pentagons und die Verlegung der „USS Nimitz“ in die Karibik berichtet. Bemerkenswert ist die offizielle Lagebeurteilung der US-Geheimdienste. Die jährliche Bedrohungsanalyse 2026 beschreibt Kuba vor allem als Umfeld, das größeren geopolitischen Rivalen nützt, und nicht als eigenständige strategische Bedrohung. Trump vor der UN: Kuba werde „fallen“ Die Mitteilung wurde wenige Tage nach Trumps Auftritt vor der 81. UN-Generalversammlung bekannt. Dort sagte der US-Präsident, seine Regierung strebe einen grundlegenden Wandel in Kuba an. Das Land sei ein vollständig gescheiterter Staat und werde fallen. Die kubanische Delegation verließ während der Passage aus Protest den Saal. Trump erklärte zudem, Außenminister Marco Rubio führe Verhandlungen mit Havanna. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla hatte Anfang September jedoch bestritten, dass es Verhandlungen, Abkommen oder Fahrpläne gebe. Rodríguez warf Trump nach der Rede „Falschaussagen“ vor und betonte, Kuba sei ein souveränes Land und wolle Frieden. Präsident Miguel Díaz-Canel sprach von einem „Wirtschaftskrieg“, mit dem Washington die Bevölkerung bestrafe, und kündigte an, Kuba werde seine Souveränität verteidigen. Kurz vor der Generalversammlung hatte Washington neue Sanktionen verhängt, unter anderem gegen militärische Forschungsbetriebe mit Verbindungen zur Nickelindustrie. Inventur, noch kein Marschbefehl Eine Abfrage zur Verfügbarkeit von Reserveeinheiten ist ein üblicher Planungsschritt. Zwischen dieser Bestandsaufnahme und einem Einsatz läge ein formeller Mobilisierungsbefehl, der bislang nicht existiert. Rechnet man die genannte Frist ab Ende September, lägen die 90 bis 120 Tage zwischen Ende Dezember und Ende Januar. Auffällig ist die Zusammensetzung der angefragten Verbände. Militärpolizei, Chirurgie-Teams, Pioniere und Logistiker gehören nicht zu den Kampftruppen eines ersten Angriffs. Sie sind typisch für einen längeren Einsatz in einem Gebiet. Politisch bleibt Trump ohnehin weitgehend freie Hand: Der Versuch der Demokraten, seine Kriegsbefugnisse gegenüber Kuba zu beschneiden, war im Senat gescheitert. Einen Überblick über die Sanktionspolitik bietet das Kubakunde-Dossier „US-Sanktionen gegen Kuba“.
Quellen: CBS News, CBSNews/YouTube
Autor: Leon Latozke
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