Neues aus Kuba
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Im Mai hat die kubanische Fluggesellschaft Cubana de Aviación Direktflüge zwischen Frankfurt und Havanna für Ende November angekündigt. Nun ist das Flaggschiff der Airline, die seltene Iljuschin Il-96-300, nach monatelanger Wartung wieder in Havanna eingetroffen. Soll die Maschine künftig für die Europa-Verbindungen eingesetzt werden, oder bleibt sie vorerst am Boden?
22.10.2025 08:09 Uhr
Abbildung: U-95, Ilyushin Il-96-300 (CU-T1250) de Cubana de Aviación, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0
Die kubanische Nationalfluggesellschaft Cubana de Aviación plant, nach über 20 Jahren Direktflüge zwischen Kuba und Deutschland wieder aufzunehmen. Ab Ende November 2025 sollen zweimal wöchentlich Verbindungen zwischen Havanna, Holguín und Frankfurt angeboten werden. Für diese Flüge ist offiziell ein Airbus A340 im Wet-Lease vorgesehen, doch langfristig strebt Cubana den Einsatz eigener Langstreckenjets an. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die Iljuschin Il-96-300 mit der Kennung CU-T1250, die nach monatelangen Wartungsaufenthalten in Osteuropa nun wieder in Havanna steht.
Die CU-T1250 ist das Flaggschiff der Airline und eine der seltensten zivilen Maschinen weltweit. Der 20 Jahre alte Vierstrahler ist bislang das einzige Il-96-Exemplar, das regelmäßig für Passagierflüge eingesetzt wurde. In den vergangenen Jahren war die Maschine jedoch nur sporadisch im Betrieb: Zwischen August 2022 und Dezember 2023 befand sie sich in Woronesch, Russland, zu umfassenden Wartungsarbeiten, bei denen Sicherheits- und Navigationssysteme überholt wurden. Im Zuge der Wartung soll die Il-96 zudem ein Kabinen-Upgrade erhalten haben. Angesichts der eher spärlichen Ausstattung an Bord, die kein individuelles In-Flight-Entertainment bietet, erscheint dies nachvollziehbar. Allerdings zeigen die wenigen Mitflugvideos auf YouTube, dass das Upgrade offenbar nur begrenzt umgesetzt wurde: Das Kabinen-Layout wirkt weiterhin antiquiert und wurde wohl allenfalls minimal modernisiert. Nach Rückkehr nach Kuba absolvierte die Il-96 kurze Inlands- und Regionalflüge, etwa zwischen Havanna und Caracas, sowie einen Einsatz für Staatschef Miguel Díaz-Canel nach Moskau im Mai 2025. Anschließend flog die Maschine nach Minsk, Belarus, wo sie drei Monate lang vermutlich erneut gewartet wurde. Mitte Oktober kehrte die CU-T1250 schließlich über St. Petersburg und Keflavik nach Havanna zurück und steht seitdem auf dem Rollfeld bereit. Die Rückkehr nach Havanna markiert das erste Mal seit Monaten, dass das Flaggschiff wieder in Kubas Hauptstadt verfügbar ist – ein entscheidender Schritt für die bevorstehende Wiederaufnahme der Europa-Verbindungen. Neben der CU-T1250 verfügt Cubana über drei weitere Il-96, die jedoch seit Jahren eingelagert sind und nicht mehr im Flugbetrieb stehen. Damit bleibt die CU-T1250 das einzige potenziell einsatzfähige Exemplar für Langstreckenflüge mit kubanischen Jets. Cubanas Management betont, dass man mittelfristig eigene Flugzeuge einsetzen möchte, um die Abhängigkeit von Wet-Lease-Anbietern zu reduzieren. Ob die Il-96 für die neuen Flüge nach Frankfurt eingesetzt wird, bleibt jedoch offen, da westliche Flugzeugtypen für europäische Passagiere als verlässlicher gelten. Die angekündigte Wiederaufnahme der Flüge nach Frankfurt nach mehr als 20 Jahren Abwesenheit markiert einen wichtigen Schritt für Cubana und für den Luftverkehr zwischen Kuba und Deutschland, nachdem die Condor und Edelweiss ihre Direktverbindungen nach Havanna eingestellt hatten. Die Anwesenheit der Il-96 in Havanna signalisiert, dass Cubana bereit ist, eigene Kapazitäten einzusetzen, sobald die Maschine technisch und wirtschaftlich einsatzbereit ist. Gleichzeitig verdeutlicht die Il-96 die Herausforderungen: alte Technik, lange Wartungszyklen und die Notwendigkeit, Vertrauen bei internationalen Passagieren zu schaffen.
Quellen: Flugrevue (https://t1p.de/e8zo2), aerotelegraph (https://t1p.de/bz2y4)
Autor: Leon Latozke
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