Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Offiziellen Angaben zufolge wurden in Kuba bislang über 40.000 Chikungunya- und Dengue-Fälle registriert, fast die Hälfte allein im November. Insgesamt befinden sich über 36.000 Patienten unter ärztlicher Beobachtung, viele zu Hause. Besonders Kinder sind betroffen.
05.12.2025 07:42 Uhr
![]()
Die Gesundheitsbehörden Kubas melden einen deutlichen Anstieg von Infektionen durch die Viruserkrankungen Chikungunya und Dengue. Nach offiziellen Angaben der kubanischen Regierung wurden bislang 40.174 Fälle von Chikungunya registriert. Besonders auffällig ist, dass fast die Hälfte der Infektionen allein im November auftrat, nachdem bis Ende Oktober 20.062 Fälle gemeldet worden waren. In der vergangenen Woche kamen 5.717 neue Erkrankungen hinzu.
Die Vizegesundheitsministerin Carilda Peña erklärte in einem Fernsehauftritt, dass allein am Vortag 574 Neuinfektionen mit Chikungunya festgestellt wurden. Zugleich wurden 4.102 Fälle eines unspezifischen Fiebersyndroms gemeldet, das typischerweise die ersten Symptome sowohl von Dengue als auch Chikungunya zeigt. Insgesamt befinden sich derzeit 36.667 Patienten aufgrund solcher Symptome in ärztlicher Beobachtung, die meisten davon zu Hause. Für Dengue liegt die tägliche Inzidenzrate laut Peña bei 7,69 Fällen pro 100.000 Einwohner. Hochgerechnet auf die kubanische Bevölkerung von etwa 9,7 Millionen Menschen ergibt sich eine geschätzte Gesamtzahl von rund 745 Dengue-Fällen. Von den Erkrankten befinden sich 78 Patienten in schwerem Zustand, darunter 13 in kritischem Zustand. Auffällig ist, dass insbesondere Kinder und Jugendliche überproportional betroffen sind. Die Epidemie hat bereits 33 Todesopfer gefordert, 21 davon waren Minderjährige. Die kubanischen Behörden räumen ein, dass die offiziellen Zahlen die tatsächliche Zahl der Erkrankten nicht vollständig abbilden, da viele Betroffene wegen fehlender Medikamente keine medizinische Versorgung suchen. Kuba hat die aktuelle Epidemie erst am 12. November offiziell anerkannt, obwohl die ersten Infektionen bereits im Juli auftraten und sich die Fallzahlen im September und Oktober stark erhöhten. Experten führen die rasche Ausbreitung vor allem auf die wirtschaftliche Krise zurück, die das Land seit Jahren belastet. Die knappen Ressourcen erschweren präventive Maßnahmen wie großflächige Moskitobekämpfung, die Diagnostik mittels Tests zur sicheren Zuordnung der Krankheit und die Versorgung der Erkrankten mit Medikamenten. Das Gesundheitsministerium warnt vor einer „komplizierten Lage“ und prognostiziert eine „ungünstige“ Entwicklung der Epidemie in den kommenden Wochen. Die Kombination aus Chikungunya und Dengue belastet das ohnehin angespanntes kubanisches Gesundheitssystem erheblich. Die derzeitige Situation verdeutlicht die Verwundbarkeit des Landes gegenüber tropischen Arboviren, insbesondere in einem Umfeld eingeschränkter medizinischer Versorgung. Die Behörden rufen die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht auf und empfehlen, Infektionsquellen wie stehendes Wasser zu vermeiden, um die Vermehrung der übertragenden Mücken zu hemmen. Die aktuellen Zahlen und Entwicklungen unterstreichen die Dringlichkeit, die Kapazitäten des Gesundheitswesens zu stärken und präventive Maßnahmen konsequent umzusetzen, um die Epidemie einzudämmen und weitere Todesfälle zu verhindern.
Quelle: Canal Caribe/YouTube (https://t1p.de/35nlk), Swissinfo/EFE (https://t1p.de/bmaar)
Anzeige (G2)
|
|
Letzte Meldungen
Text: Leon Latozke
Anzeige (G1)
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |