Neues aus Kuba
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Nach dem Wegfall venezolanischer Öllieferungen gerät Kuba weiter unter Druck. US-Präsident Trump spricht erneut offen vom bevorstehenden Kollaps des Systems in Havanna. Washington setzt auf wirtschaftliche Hebel, während die kubanische Führung Widerstand ankündigt.
28.01.2026 06:35 Uhr
US-Präsident Donald Trump hat Kuba erneut unter massiven Druck gesetzt und dem sozialistischen Inselstaat einen baldigen Zusammenbruch prognostiziert. Auslöser sei vor allem das Ende der venezolanischen Erdöllieferungen, die über Jahre eine zentrale Stütze der kubanischen Wirtschaft gewesen seien. „Kuba steht kurz vor dem Fall“, erklärte Trump am Dienstag (27.) bei einem Auftritt in Iowa. Havanna habe sein Geld und sein Öl aus Venezuela bezogen – nun fehle diese Lebensader.
Hintergrund dieser Aussagen ist eine dramatische Verschiebung in der regionalen Energieversorgung: Der bisher wichtigste Partner Venezuelas liefert seit der US-Operation in Caracas, bei der Maduro gefangen genommen wurde, keine Rohöllieferungen mehr an Kuba. Dies hat nicht nur ökonomische, sondern auch tiefgreifende politische Folgen. Washington geht offen davon aus, dass das Ausbleiben dieser Importe den Druck auf die kubanische Führung deutlich erhöhen und langfristig zu einem politischen Wandel beitragen könnte.
Mexiko als neuer Dreh- und Angelpunkt der Ölversorgung: Zugleich berichten Nachrichtenagenturen, dass Mexiko – das 2025 zum wichtigsten externen Ölversorger für Kuba aufgestiegen war – seine Lieferungen vorübergehend ausgesetzt hat. Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte diese Entscheidung bisher nicht, dieser Schritt sei eine souveräne Entscheidung ihres Landes und erfolge nicht auf US-Druck zurückzuführen. Die Lage bleibt jedoch angespannt, da Kuba zunehmend unter Energieknappheit leidet und politische Spannungen zwischen regionalen Akteuren zunehmen. In Washington wächst offenbar der innenpolitische Druck auf die Regierung, den wirtschaftlichen Hebel gegen Kuba zu verschärfen: Laut internationalen Meldungen wird sogar über strategische Maßnahmen wie eine mögliche maritime Blockade diskutiert, um den Import von Öl weiter zu unterbinden. Dies wäre ein signifikanter Schritt in der außenpolitischen Strategie der USA gegenüber der Karibikinsel und ihren bisherigen Verbündeten. Reaktionen aus Kuba fallen erwartungsgemäß scharf aus. Die Führung in Havanna verurteilt Trumps Aussagen und die US-Intervention in Venezuela als „Terrorismus“ und lehnt jede Form von Zugeständnissen ab. Präsident Miguel Díaz-Canel betonte wiederholt, dass Kuba „nicht kapitulieren“ werde und nicht bereit sei, politische Bedingungen aus Washington zu akzeptieren. Internationale Beobachter warnen indes vor einer weiteren Zuspitzung der Lage, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch sicherheitspolitische Risiken für die gesamte Region bergen könnte.
Quelle: El Nacional (https://t1p.de/b3ejj)
Autor: Leon Latozke
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