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Die jüngste Produktion von DW Español beleuchtet die Entwicklung Kubas von der Revolution 1959 bis zur heutigen Krise. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus den einstigen Versprechen von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit ein autoritäres Einparteiensystem entstehen konnte.
30.09.2025 10:52 Uhr
DW Español, die lateinamerikanische Version des deutschen Auslandssenders DW-TV der Deutschen Welle, die in Spanisch sendet, hat mit dem Dokumentarfilm „Cómo la revolución castrista se convirtió en un régimen autoritario en Cuba“ („Wie Castros Revolution in Kuba zu einem autoritären Regime wurde“) eine kritische Analyse des kubanischen Revolutionsprojekts vorgelegt. Das auf auf YouTube veröffentlichte Video zeichnet die Entwicklung von den Anfängen der Revolution 1959 bis zur heutigen Krise nach und kommt zu einem klaren Urteil: Das politische und wirtschaftliche Modell der Insel sei gescheitert.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus dem Versprechen von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit eine der langlebigsten autoritären Strukturen Lateinamerikas entstehen konnte. Fidel Castro hatte nach dem Sturz von Fulgencio Batista zugesagt, die Verfassung von 1940 wieder einzusetzen und binnen eines Jahres freie Wahlen abzuhalten. Diese Zusagen blieben unerfüllt. Stattdessen etablierte er ein Einparteiensystem, in dem politische Gegner ausgeschaltet wurden. Dissidenten wie der Kommandant Hubert Matos oder der damalige Präsident Manuel Urrutia wurden ins Exil gedrängt oder verhaftet. Auch die bis heute ungeklärte Verschwindung des populären Revolutionsführers Camilo Cienfuegos wird in diesem Zusammenhang genannt. Der Film dokumentiert zudem die frühen Jahre der Revolution, in denen Schnellverfahren und öffentliche Hinrichtungen im Fernsehen übertragen wurden. Zuschauer forderten den Tod der Angeklagten, ohne dass rechtsstaatliche Standards eingehalten wurden. Historiker sprechen in diesem Zusammenhang von einer Dynamik, bei der Propaganda und Druck die Bevölkerung selbst zum Träger der Repression machten. Ein weiterer Schwerpunkt ist das dichte Netz an Kontrollstrukturen, das mit den Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) geschaffen wurde. Diese Nachbarschaftsorganisationen, nach dem Vorbild der DDR, ermöglichten eine umfassende Überwachung des Alltags. Sie gelten bis heute als Kernstück der sozialen Kontrolle. Auch das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten wird beleuchtet. Nach den Verstaatlichungen amerikanischer Unternehmen und der Verschärfung der politischen Gegensätze verhängte Washington das Embargo, das in Havanna seither als Hauptursache für die wirtschaftlichen Probleme gilt. Die Dokumentation widerspricht dieser Sicht: Das Embargo habe die Lage zwar erschwert, entscheidend verantwortlich für die Krise sei jedoch das Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell selbst, das private Initiative blockiere, Dissens bestrafe und Innovation verhindere. Die Folgen sind gegenwärtig sichtbar. Lebensmittel und Medikamente sind knapp, Stromausfälle dauern mitunter mehr als einen Tag, und in den vergangenen zwei Jahren hat fast ein Drittel der Bevölkerung das Land verlassen. „Kuba fällt in einen bodenlosen Abgrund“, sagt der Historiker Jaime González Arguedas im Film. Für die Autoren ist die Bilanz eindeutig: Die Revolution habe nicht zu Freiheit und sozialem Fortschritt geführt, sondern zu einem autoritären System, das bis heute auf Kontrolle und Repression beruhe. Zehn Jahre nach dem Tod Fidel Castros setze sein Nachfolger Miguel Díaz-Canel diese Politik im Namen der „Kontinuität“ fort. Der Anspruch Castros, die Geschichte werde ihn freisprechen, steht am Ende im Mittelpunkt. Die Dokumentation kommt zu einem gegenteiligen Urteil: Die Geschichte habe ihn nicht entlastet, sondern überführt – als Politiker, der aus einem Aufbruch ein starres und krisenanfälliges System formte.
Quelle: DW Español/YouTube (https://t1p.de/98pq4)
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Text: Leon Latozke
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