Neues aus Kuba
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22.06.2026 08:00 Uhr
Der deutsche Außenminister Wadephul sieht keine US-Blockade gegen Kuba. Er forderte eine bessere Regierungsführung als Voraussetzung für mehr Wohlstand und kritisierte das „Unrechtsregime“ in Havanna.
Abbildung: Archivbild Außenminister Wadephul, 2025 (Bildquelle Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, MGR5597, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 2.0
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat die Existenz einer US-Blockade gegen Kuba bestritten und stattdessen eine grundlegende Verbesserung der Regierungsführung auf der Karibikinsel gefordert. Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet, äußerte sich der CDU-Politiker während eines Bürgergesprächs anlässlich des Tages der offenen Tür der Bundesregierung am Sonntag (21.) dazu. Auf die Frage eines Bürgers antwortete Wadephul, er sehe „keinen Blockade dieser Art“. Stattdessen herrsche in Kuba ein „Regime der Ungerechtigkeit“, so der Minister wörtlich. Deutschland stehe als Beispiel für eine funktionierende demokratische Gesellschaft, „wo alle ihre Meinung sagen können, ohne Angst haben zu müssen, später belästigt zu werden“. Dies sei, so Wadephul, das Erste, was er als deutsche Bundesregierung zu Kuba zu sagen habe.
Der Außenminister führte weiter aus, dass Kuba in der Vergangenheit „stark von den wirtschaftlichen Kontakten und den Ölimporten aus Venezuela profitiert“ habe. Diese Situation bestehe jedoch „aufgrund einer Entscheidung der venezolanischen Regierung“ nicht mehr. Für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der kubanischen Bevölkerung sei die „entscheidende Voraussetzung“, dass das Land „besser regiert werde“. Zugleich äußerte Wadephul den Wunsch, dass das kubanische Volk eine bessere Zukunft genießen könne, und betonte, dass Deutschland hierzu „mit aktiven Hilfsmaßnahmen“ beitrage. Die Aussagen des deutschen Außenministers stehen in scharfem Kontrast zu den jüngsten Anschuldigungen aus Havanna. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez hatte erst am Samstag ein „totale Blockade“ der USA angeprangert, die einen „wirtschaftlichen Erstickungsplan“ umfasse. Demnach verhinderten die USA, dass ausländische Unternehmen Ersatzteile und Technologien für kubanische Wärmekraftwerke lieferten und blockierten weltweit Ölverkäufe an die Insel. Hintergrund ist eine Exekutivanordnung von US-Präsident Donald Trump vom 1. Mai, die ausländischen Unternehmen mit Sanktionen droht, die in den kubanischen Sektoren Energie, Verteidigung, Bergbau und Finanzdienstleistungen tätig sind. Kuba leidet seit Mitte 2024 unter einer schweren Energiekrise, die sich seit Januar durch die US-Ölbelagerung weiter verschärft hat. In Havanna kommt es zu Stromausfällen von fast 40 Stunden am Stück, im Landesinneren sogar von bis zu 72 Stunden – eine Zuspitzung der seit sechs Jahren anhaltenden Wirtschaftskrise.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/6ghmu)
Autor: Leon Latozke
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