Neues aus Kuba
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12.02.2026 20:00 Uhr
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In einem Interview mit dem US-Sender NBC bekräftigte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel die Verteidigungsbereitschaft der Insel. Auf die Frage nach einer möglichen US-Invasion erklärte er, die Kubaner würden ihr Land verteidigen und, falls nötig, dafür sterben.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Cuban president says ‘if we need to die, we’ll die’ to prevent U.S. invasion: Full interview. Rechte beim Uploadenden.
In einem seltenen Interview mit einem großen US-Nachrichtensender hat Kubas Staatspräsident Miguel Díaz-Canel eine klare Botschaft an Washington gesendet: Das kubanische Volk wäre bereit, im Falle einer US-Invasion bis zum Letzten zu kämpfen und für die Verteidigung der Heimat zu sterben. Das Gespräch mit der NBC-Moderatorin Kristen Welker, bereits vorab in Teilen veröffentlicht, wurde am Sonntag (12.) in voller Länge ausgestrahlt. Es ist das erste Mal, dass ein kubanisches Staatsoberhaupt in einem großen US-Format zu Wort kommt.
Auf die hypothetische Frage nach einer militärischen Konfrontation antwortete Díaz-Canel mit den Worten der kubanischen Nationalhymne: „Wenn es so weit kommt, wird es Kämpfe geben, wir werden uns verteidigen. Und wenn wir sterben müssen, dann sterben wir, denn wie es in unserer Hymne heißt: ‚Für das Vaterland zu sterben heißt zu leben‘.“ Er ließ keinen Zweifel daran, dass ein solcher Schritt aus seiner Sicht völlig unbegründet sein würde: „Ich glaube nicht, dass es je eine Rechtfertigung für die USA geben könnte, eine militärische Aggression gegen Kuba zu starten, sei es einen chirurgischen Eingriff oder die Entführung eines Präsidenten.“ Die angespannte Atmosphäre des Treffens, das mit Hilfe eines Dolmetschers in Havanna aufgezeichnet wurde, zeigte sich besonders, als die Interviewerin die Frage nach einem möglichen Rücktritt des Präsidenten stellte. Díaz-Canel reagierte gereizt und wies dies scharf zurück: „Abdanken gehört nicht zu unserem Vokabular.“ In einer spitzen Replik fragte er seinerseits, ob Welker dieselbe Frage auch an Donald Trump richten würde oder ob diese Anfrage eine Order des US-Außenministeriums sei. Die schroffen Äußerungen fallen in eine Phase extrem polarisierter Beziehungen zwischen Washington und Havanna. Seit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar hat die Trump-Administration die Sanktionsschraube weiter angezogen und eine energiewirtschaftliche Blockade gegen Kuba verhängt. Dies hat die seit Jahren schwelende Energie- und Versorgungskrise auf der Insel massiv verschärft. Präsident Trump selbst sprach vergangenen Monat von Plänen für eine „freundliche oder unfreundliche Übernahme“ Kubas, und Außenminister Marco Rubio erklärte das kubanische Wirtschaftsmodillon für gescheitert. Gleichzeitig zeichnet sich jedoch auch ein vorsichtiger diplomatischer Austausch ab. Beide Seiten kündigten Verhandlungen zur Konfliktlösung an, und bereits im März erlaubte Washington die Lieferung eines Öltankers zur Linderung der akuten Treibstoffknappheit. Das Interview mit Díaz-Canel spiegelt somit die gegenwärtige Doppelstrategie wider: einerseits der unvermindert harte rhetorische und wirtschaftliche Druck aus Washington, andererseits die Suche nach Gesprächskanälen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die kubanische Führung macht indes unmissverständlich klar, dass sie im äußersten Fall zum bewaffneten Widerstand bereit ist – eine Haltung, die tief im nationalen Narrativ der Revolution verwurzelt ist.
Quelle: NBC/YouTube
Autor: Leon Latozke
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