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Kuba steht vor einer schweren Nacht: Hurrikan Melissa, zuvor Kategorie 5 über Jamaika, erreicht den Osten der Insel voraussichtlich als Kategorie 4. Die Behörden haben Hundertausende evakuiert, Schulen geschlossen und Infrastruktur gesichert. Meteorologen warnen vor extremen Regenfällen, starken Winden und Sturmfluten, die massive Schäden verursachen könnten.
29.10.2025 04:39 Uhr
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Kuba bereitet sich auf den direkten Durchzug des Hurrikans Melissa vor. Präsident Miguel Díaz-Canel warnte am Dienstag, dass die Nacht des Sturms „sehr schwierig für ganz Kuba“ werde. Melissa, die zuvor über Jamaika als Kategorie-5-Hurrikan wütete und sich anschließend auf Kategorie 3 abschwächte, bewegt sich nun über das Karibische Meer in Richtung Osten Kubas. Laut Prognosen wird der Sturm in den frühen Morgenstunden des Mittwochs auf Land treffen, voraussichtlich im Gebiet von Guamá nahe Chivirico, und nach sechs bis acht Stunden über Banes den Osten des Landes wieder verlassen.
Meteorologen erwarten, dass Melissa bei Landfall noch als Kategorie 4 wüten wird, mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h, extremen Regenfällen von bis zu 450 Millimetern und Sturmfluten mit Wellenhöhen bis acht Meter. Die kubanischen Behörden warnen vor schweren Überflutungen, Küstendurchbrüchen, Erdrutschen und möglichen Dammbrüchen. In den sechs Provinzen unter Alarm (Granma, Santiago de Cuba, Guantánamo, Holguín, Las Tunas und Camagüey) wurden bereits rund 735.000 Menschen evakuiert oder in sicheren Unterkünften untergebracht – etwa 7,5 Prozent der Bevölkerung. Viele fanden Aufnahme bei Verwandten und Freunden, andere in offiziellen Schutzräumen. Der öffentliche Verkehr auf Straßen, Wasser und in der Luft wurde gestoppt, Schulen geschlossen und staatliche Infrastrukturen sowie landwirtschaftliche Anlagen gesichert. Aus Sicherheitsgründen wurden bereits zwei der sieben thermischen Kraftwerke des Landes abgeschaltet. Diese bilden das Rückgrat des nationalen Stromnetzes, sind jedoch veraltet und chronisch unterfinanziert, was die Stabilität der Energieversorgung während des Sturms gefährdet. Die aktuelle Hurrikansaison, die vom 1. Juni bis 30. November dauert, gilt als „sehr aktiv“ mit bis zu acht erwarteten Hurrikanen. Bereits in der vergangenen Saison trafen zwei Stürme Kuba direkt: Hurrikan Óscar im Oktober auf den Osten mit Kategorie 1 und Hurrikan Rafael einen Monat später auf den Westen mit Kategorie 3, was zu einem landesweiten Stromausfall führte. Der letzte schwere Sturm, der Santiago de Cuba traf, war Hurrikan Sandy 2012 (Kategorie 3), der elf Todesopfer forderte und erhebliche Schäden hinterließ. Angesichts der prognostizierten Stärke und Geschwindigkeit des Hurrikans bereiten sich die Behörden auf eine Nacht extremer Wetterbedingungen vor. Präsident Díaz-Canel versicherte, dass das Land trotz der schwierigen Lage „wieder aufstehen“ werde.
Quelle: EFE (https://t1p.de/hevab)
Mehr zum Thema: Liveticker Hurrikan Melissa in Kuba
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Text: Leon Latozke
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