Neues aus Kuba
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13.05.2026 23:00 Uhr
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel wirft den USA vor, die Insel mit einem „genozidalen Energie-Blockade“ zu ersticken. In sozialen Netzwerken schrieb er, die dramatischen Stromausfälle hätten eine einzige Ursache: das US-Embargo, das auch Drittstaaten mit Sanktionen drohe.
Staatschef Miguel Díaz-Canel bezichtigte die US-Regierung am Mittwoch (13.) in scharfer Form, die Insel systematisch strangulieren zu wollen. In einem Beitrag in den sozialen Medien sprach er von einem „genozidalen Energiebelagerung" und machte Washington für die dramatische Zuspitzung der Stromausfälle verantwortlich. Die Blockade sei gezielt darauf angelegt, das Kubanische Volk auszuhungern und die Wirtschaft des Landes lahmzulegen. Zugleich bekräftigte Havanna seine grundsätzliche Dialogbereitschaft mit den USA, so Díaz-Canel.
Díaz-Canel wies Behauptungen zurück, die Krise sei hausgemacht und Ausdruck einer schlechten Regierungsführung. Vielmehr handele es sich um das Ergebnis eines „perversen Plans", der darauf abziele, die Bevölkerung in die Verzweiflung zu treiben. „Die US-Sanktionen haben das Leiden unseres Volkes zum Hauptziel", schrieb er. Die Regierung in Washington versuche, die Kubaner als Geiseln zu nehmen, um sie gegen die eigene Führung aufzubringen. Havanna bleibe jedoch standhaft und werde auf Dialog setzen – aber nur unter gleichberechtigten Bedingungen. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als aus eigener Kraft über die Hürden zu springen", so der Präsident. Die Wurzeln der Energiekrise reichen jedoch tiefer. Unabhängige Experten verweisen auf ein Bündel von Ursachen: Neben dem akuten Mangel an importierten Brennstoffen – seit Jahresbeginn hat lediglich ein ausländischer Tanker Kuba erreicht, obwohl das Land eigentlich sieben bis acht benötigt – kämpft die Insel mit jahrzehntelanger Unterinvestition in ihre Kraftwerksinfrastruktur. Von den 16 thermoelektrischen Einheiten waren am Mittwoch acht wegen Wartung oder Defekten außer Betrieb. Diese Anlagen werden mit heimischem Rohöl betrieben, das nicht von der US-Blockade betroffen ist. Dennoch deckt die Eigenförderung von rund 40.000 Barrel pro Tag nur einen Bruchteil des täglichen Bedarfs von etwa 100.000 Barrel. Die finanzielle und technologische Isolierung hatte bereits vor dem verschärften US-Embargo dafür gesorgt, dass Havanna Schwierigkeiten hatte, Devisen für Ölimporte aufzubringen. Die Vereinten Nationen hatten die jüngsten US-Maßnahmen als völkerrechtswidrig verurteilt und auf die verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung hingewiesen. Trotz der Kritik hält Washington an seiner harten Linie fest – ein Kurs, der Kuba an den Rand des Kollapses bringt.
Quelle: Efe (https://is.gd/oeagUM)
Autor: Leon Latozke
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