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Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin öffentlich zu dessen 73. Geburtstag gratuliert und ihm weitere erfolgreiche Jahre an der Spitze Russlands gewünscht.
08.10.2025 09:50 Uhr
Abbildung: Kremlin.ru, Meeting between Vladimir Putin and Miguel Díaz-Canel on May 9, 2024, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 4.0
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin zu dessen 73. Geburtstag gratuliert und ihm öffentlich „Gesundheit und persönliches Wohlergehen“ gewünscht, damit er Russland „weiter erfolgreich führen“ könne. Der am Dienstag über Facebook und X veröffentlichte Glückwunsch führte zu kontroversen Reaktionen in den sozialen Netzwerken – und zeigt erneut die politische Nähe zwischen Havanna und Moskau.
Viele Kubaner reagierten ablehnend auf den Post des Präsidenten. In zahlreichen Kommentaren wurde Díaz-Canel vorgeworfen, einem „Kriegsverbrecher“ die Treue zu halten. Nur wenige Stimmen verteidigten den Glückwunsch als diplomatische Formalität. Die Mehrzahl der Reaktionen fiel kritisch aus und brachte Unmut über die außenpolitische Orientierung der kubanischen Regierung zum Ausdruck. Díaz-Canel und Putin pflegen seit Jahren enge Beziehungen. Der kubanische Präsident besuchte Russland mehrfach, zuletzt im März dieses Jahres, um wirtschaftliche Unterstützung zu sichern. Auch 2018 und 2022 trafen sich beide Politiker, um die „strategische Freundschaft“ zu bekräftigen. Russland zählt zu den wenigen Ländern, die Kuba trotz westlicher Sanktionen weiterhin wirtschaftlich unterstützen. Der Kreml lieferte zuletzt Treibstoff und Getreide, während kubanische Behörden russischen Firmen verstärkten Zugang zu Sektoren wie Tourismus und Energie gewährten. Kritiker in Kuba sehen in dieser Partnerschaft weniger wirtschaftliche Vernunft als ideologische Kontinuität. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 hat Havanna Moskau demonstrativ Rückendeckung gegeben. Kuba enthält sich regelmäßig bei UN-Abstimmungen zur Verurteilung des Krieges und übernimmt weitgehend die Argumentation des Kremls, der den Westen für die Eskalation verantwortlich macht. Menschenrechtsorganisationen und kubanische Exilgruppen werfen der Regierung vor, sich damit international zu isolieren und moralische Grenzen zu überschreiten. Putin begeht seinen 73. Geburtstag in einer politisch angespannten Lage: Die Kämpfe in der Ukraine dauern an, westliche Sanktionen belasten die russische Wirtschaft, und innenpolitisch konsolidiert der Kreml seine Macht weiter. Zugleich intensiviert Russland seine Kontakte zu verbündeten Staaten wie Kuba, Venezuela, Nordkorea und dem Iran, um Alternativen zu westlichen Märkten und Allianzen zu schaffen. Díaz-Canels Geburtstagsbotschaft fügt sich in eine Reihe ähnlicher Gesten der letzten Jahre. Auch Putin hatte dem kubanischen Präsidenten zu seiner Wiederwahl 2023 gratuliert und die „historischen Bande“ zwischen beiden Ländern hervorgehoben. Diese Rhetorik knüpft an die sowjetisch-kubanische Partnerschaft des Kalten Krieges an, die in Havanna als Symbol gegenseitiger Solidarität gilt. Doch während die politische Führung auf Loyalität gegenüber Moskau setzt, wächst in der Bevölkerung die Distanz. Angesichts anhaltender Engpässe, Inflation und Stromausfälle sehen viele Kubaner in der Freundschaft mit Russland kaum mehr als ein überholtes Relikt.
Quelle: Miguel Díaz-Canel Bermúdez/facebook (https://t1p.de/ot5ad)
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