Neues aus Kuba
Díaz-Canel kündigt möglichen FBI-Besuch in Kuba zur Untersuchung des Schnellboot-Zwischenfalls an13/3/2026
13.03.2026 15:00 Uhr
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte an, dass das FBI voraussichtlich nach Kuba reisen wird, um bei der Aufklärung eines tödlichen Zwischenfalls mit einem Schnellboot aus den USA mitzuwirken. Bei dem Vorfall kamen fünf Menschen ums Leben, die Hintergründe der Aktion werden derzeit von kubanischen Behörden untersucht.
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Der tödliche Zwischenfall mit einem Schnellboot aus den Vereinigten Staaten vor der Küste Kubas entwickelt sich zu einem Fall mit internationaler Dimension. Nach Angaben von Präsident Miguel Díaz-Canel rechnet die Regierung in Havanna mit einer möglichen Beteiligung der US-Bundespolizei Federal Bureau of Investigation (FBI) an den Ermittlungen. Die US-Seite habe über diplomatische und konsularische Kanäle Interesse signalisiert, an der Aufklärung mitzuwirken.
Der Vorfall ereignete sich am 25. Februar in kubanischen Hoheitsgewässern. Nach Darstellung der kubanischen Behörden fing eine Einheit der Grenztruppen ein Schnellboot ab, das aus den USA gekommen sein soll. An Bord befanden sich zehn Personen – laut offiziellen Angaben kubanische Staatsbürger mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten. Die Behörden erklärten, auf dem Boot habe sich eine größere Menge an Waffen befunden. Schusswechsel mit der Küstenwache Nach Angaben des Innenministeriums kam es während der Abfangaktion zu einem Schusswechsel. Demnach habe die Besatzung des Bootes das Feuer eröffnet, woraufhin die kubanischen Grenztruppen reagierten. Vier der Bootsinsassen starben noch am Ort des Geschehens. Sechs weitere Personen wurden verletzt, ebenso ein kubanischer Offizier. Später bestätigten die Behörden den Tod eines weiteren Verletzten, sodass die Gesamtzahl der Opfer auf fünf anstieg. Die Überlebenden befinden sich in staatlichem Gewahrsam. Präsident Díaz-Canel erklärte, sie hätten medizinische Versorgung erhalten und Kontakt zu ihren Familien aufnehmen können. Auch Angehörige der Toten seien an der Identifizierung der Leichname beteiligt gewesen. Regierung spricht von bewaffneter Infiltration Die kubanische Regierung bewertet den Vorfall als sicherheitspolitisch motivierten Angriff. Díaz-Canel sprach von einer „bewaffneten Infiltration mit terroristischen Zielen“, die von US-Territorium aus organisiert worden sei. Nach seiner Darstellung widerspreche die Bewaffnung der Bootsbesatzung der Darstellung, sie habe lediglich Familien aus Kuba abholen wollen. Im Verlauf der Ermittlungen hätten die festgenommenen Beteiligten ihre Teilnahme an dem Unternehmen eingeräumt, erklärte der Präsident. Nach kubanischen Angaben bestätigten sie zudem, dass von ihrer Seite aus zuerst auf ein Boot des Küstenwachendienstes geschossen worden sei. Weitere Details zu möglichen Hintermännern, Rekrutierung oder Vorbereitung der Aktion seien Gegenstand der laufenden Untersuchungen. „Es war ein Angriffsversuch“, sagte der Präsident und wies darauf hin, dass die zehn Besatzungsmitglieder des Bootes, das unrechtmäßig in kubanische Hoheitsgewässer eingedrungen sei, „schwer bewaffnet“ gewesen seien, was „die Darstellung widerlegt, dass sie gekommen seien, um Familien abzuholen“. Die kubanische Regierung bestätigt „Gespräche“ mit Vertretern der USA. „Glauben sie, dass wir dumm sind oder dass man ein ganzes Volk mit Lügen und Tricks täuschen kann, wenn ihre Ziele darin bestanden, militärische Einheiten und soziale Einrichtungen anzugreifen?“, fragte Díaz-Canel. Strafverfahren wegen Terrorismus Die Generalstaatsanwaltschaft der Republik Kuba leitete gegen die Überlebenden ein Strafverfahren ein. Ihnen werden Terrorismusdelikte vorgeworfen. Der mögliche Strafrahmen reicht laut Behörden von zehn Jahren Haft bis zu lebenslanger Freiheitsstrafe oder der Todesstrafe. Die kubanische Führung betont, das Verfahren werde unter Wahrung der Rechte der Beschuldigten geführt. Gleichzeitig unterstreicht die Regierung, dass die Ermittlungen noch andauern und weitere Erkenntnisse erwartet werden. Untersuchung mit politischem Hintergrund Der Fall fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten. Washington hatte zuletzt den wirtschaftlichen Druck auf die Insel erhöht, unter anderem durch Maßnahmen im Energiesektor. Havanna wiederum fordert seit Monaten Verhandlungen über eine Veränderung der bilateralen Beziehungen. Vor diesem Hintergrund erhält die mögliche Beteiligung des FBI an den Ermittlungen besondere Bedeutung. Eine Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden wäre zwar kein politischer Durchbruch, könnte aber zeigen, dass in sicherheitsrelevanten Fragen weiterhin begrenzte Kommunikationskanäle bestehen. Wie weit diese Kooperation tatsächlich reichen wird, hängt davon ab, ob und unter welchen Bedingungen US-Ermittler nach Kuba reisen können – und welche Ergebnisse die Untersuchung des Zwischenfalls letztlich hervorbringt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/6y7l8)
Autor: Leon Latozke
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