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Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat eine offizielle Asienreise begonnen, die ihn nach Vietnam, China und Laos führt. Im Mittelpunkt stehen die Vertiefung historischer Bündnisse, wirtschaftliche Kooperationen und Solidaritätsprojekte.
31.08.2025 23:30 Uhr
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat an diesem Wochenende sein Asienreise begonnen. „Wir starten offizielle Besuche in Vietnam, China und Laos, Schwesterstaaten, mit denen wir enge Verbindungen und eine Geschichte geteilter Zusammenarbeit und Solidarität pflegen, erprobt durch die Zeit und die größten Herausforderungen“, schrieb Díaz-Canel auf X. Die Reise fällt in eine Phase schwerer wirtschaftlicher Engpässe auf der Karibikinsel und unterstreicht die strategische Bedeutung enger asiatischer Partner für Kuba.
Zum Auftakt seiner Vietnam-Visite legte Díaz-Canel in Hanoi Blumen am Denkmal des kubanischen Nationalhelden José Martí nieder – ein Zeichen der historischen Verbundenheit. Zudem besuchte er das Nationalmuseum für Militärgeschichte und ein Denkmal für kubanische Freiwillige, die während des Vietnamkriegs gemeinsam mit vietnamesischen Streitkräften kämpften. Diese Stationen betonten die jahrzehntelange politische Solidarität zwischen beiden Staaten. Die bilateralen Beziehungen feiern 2025 ihr 65-jähriges Bestehen. In beiden Hauptstädten gelten sie als „Symbol des Widerstands gegen den Imperialismus“. Der Besuch fiel zudem mit den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Augustrevolution und dem vietnamesischen Nationalfeiertag zusammen, wodurch die Reise zusätzliche politische Bedeutung erhielt. Ein zentrales Ereignis war die Einweihung der Produktionsstätte Genfarma, eines Joint Ventures zwischen Kubas Biotech-Gruppe Biocubafarma und vietnamesischen Partnern. Die Fabrik im Technologiepark Hoa Lac bei Hanoi soll Medikamente nach internationalen Standards herstellen und den Austausch im Pharmasektor intensivieren. Ziel ist auch, kubanische Präparate in asiatischen Märkten, insbesondere in der ASEAN-Region, zu etablieren. Díaz-Canel bezeichnete Genfarma als „lebendiges Symbol“ der Zusammenarbeit. Bereits im Vorjahr hatten er und Vietnams Generalsekretär To Lam in Havanna die Grundlage für das Projekt gelegt. Vietnamesische Vertreter betonten die wirtschaftliche Relevanz des Vorhabens sowie die Verbindung von Wissenschaft, Effizienz und Solidarität. Vietnam sieht die Bio- und Pharmaindustrie als strategischen Wirtschaftsfaktor und hat dafür neue gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen. Für Kuba bietet das Projekt die Möglichkeit, dringend benötigte Devisen zu generieren und seine Pharmaexporte langfristig auszubauen. Parallel zu den offiziellen Terminen läuft in Vietnam eine Solidaritätskampagne, die bereits rund 14,8 Millionen US-Dollar für Kuba gesammelt hat. Initiiert von der Kommunistischen Partei Vietnams, soll die Aktion bis Mitte Oktober fortgesetzt werden und die politische sowie wirtschaftliche Partnerschaft stärken. Vietnam ist Kubas zweitgrößter Handelspartner und der wichtigste asiatische Investor auf der Insel. Das Handelsvolumen lag 2023 bei rund 340 Millionen US-Dollar. Das Land liefert Grundnahrungsmittel wie Reis, Chemikalien, Textilien und Elektronikprodukte, während Kuba vor allem Pharmazeutika exportiert. Die Station in Hanoi ist Teil einer umfassenderen Asienreise, die Díaz-Canel auch nach China und Laos führen wird. Neben symbolischen Gesten stehen die Vertiefung wirtschaftlicher Beziehungen und die Förderung von Investitionen im Vordergrund. Kubas Führung setzt inmitten einer tiefen Wirtschaftskrise auf Partner wie Vietnam, um die Versorgungssituation zu stabilisieren und Devisen zu sichern. Die Reise verdeutlicht Kubas Strategie, historische und ideologische Bündnisse in konkrete wirtschaftliche Projekte umzusetzen. Während die Solidaritätskampagne kurzfristige Unterstützung liefert, könnte Genfarma langfristige Impulse für den Pharmasektor setzen. Gleichzeitig zeigt die Reise, dass Kuba ohne die enge Partnerschaft mit asiatischen Staaten wie Vietnam nur begrenzte Handlungsspielräume besitzt.
Quelle: Cubedate (https://t1p.de/afe7f)
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Text: Leon Latozke
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