Neues aus Kuba
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18.04.2026 09:00 Uhr
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat in einem Interview mit dem russischen Sender RT die Kampfbereitschaft der Bevölkerung im Falle einer US-Militäraggression betont. Millionen Kubaner seien bereit, die Revolution und das Land zu verteidigen. Gleichzeitig kündigte er für das erste Halbjahr Reformen zur Verkleinerung des Staatsapparats an.
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat in einem Interview mit dem russischen Sender RT die Verteidigungsbereitschaft seiner Nation betont. Auf die Frage nach einem möglichen US-Militärschlag erklärte er, auf der Insel gebe es „ein Volk, das bereit ist zu kämpfen“. Er vermied zwar einen expliziten Vergleich mit der Situation Venezuelas, verwies jedoch auf die „Stärke der Einheit“ Kubas. Millionen Kubaner wären im Falle einer Aggression bereit, „für die Rettung der Revolution und die Verteidigung des kubanischen Bodens“ einzustehen, so Díaz-Canel.
Diese Äußerungen fallen in eine Phase deutlich verschärfter Spannungen zwischen Havanna und Washington. Seit Anfang Januar hat die US-Regierung den Druck auf die Karibikinsel massiv erhöht und tiefgreifende wirtschaftliche sowie politische Reformen gefordert. Die jüngsten Ankündigungen Havannas, etwa zur Zulassung von Auslandsinvestitionen kubanischer Exilanten, wurden von amerikanischer Seite als unzureichend abgetan. Die Lage eskalierte in der vergangenen Woche weiter, nachdem Berichte über mögliche US-Militärpläne gegen Kuba bekannt wurden und Díaz-Canel seinerseits öffentlich vor einem Angriff warnte und die Bevölkerung zur Wachsamkeit aufrief. Der kubanische Staatschef räumte in dem Gespräch auch ein, dass die jahrzehntelangen US-Sanktionen, die er konsequent als „Blockade“ bezeichnet, die Entwicklung des Landes massiv behindert hätten. „Wir konnten zwar Fortschritte erzielen, haben aber nicht alles erreicht, wovon wir geträumt und was wir gewollt haben, genau wegen der Auswirkungen und Beschränkungen, die uns die Blockade auferlegt“, so Díaz-Canel. Als eine direkte Folge dieser energiewirtschaftlichen Sanktionen wertete er die Lieferung von 100.000 Tonnen Rohöl durch Russland Ende März, der ersten derartigen Lieferung seit Januar. Gleichzeitig kündigte Díaz-Canel für das erste Halbjahr innenpolitische Reformen an. Ziel sei ein „Neujustierung des gesamten staatlichen, administrativen und unternehmerischen Apparats“. Die Regierung strebe „flachere, effizientere und dynamischere Strukturen“ an, die die Anzahl der Ministerien und Staatsunternehmen verringern sowie die Bürokratie abbauen sollen. Diese geplanten Maßnahmen werden von den USA jedoch als zu oberflächlich kritisiert, die eine grundlegende Abkehr vom zentralistischen Staatsmodell fordern. Über einen im März von kubanischer Seite erwähnten, anfänglichen bilateralen Dialog zwischen beiden Ländern ist seither nichts Weiteres bekannt geworden. Die rhetorische Konfrontation und die gegenseitigen Drohkulissen dominieren weiterhin die Agenda.
Quelle: CMKX/Facebook (https://t1p.de/s26vi)
Autor: Leon Latozke
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