Neues aus Kuba
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09.05.2026 08:00 Uhr
Meliá hat in Kuba zum Quartalsende 2026 die Hälfte seiner Hotelkapazität stillgelegt. Die verbliebenen Hotels waren nur zu 34,1 Prozent ausgelastet. Der Nettogewinn sank auf 3,3 Millionen Euro. Die Buchungen kommen fast nur noch von Kubanern.
Meliá Hotels International, der größte ausländische Hotelbetreiber in Kuba, hat das erste Quartal 2026 mit einer drastisch reduzierten Präsenz auf der Insel abgeschlossen. Wie aus den am Donnerstag (7.) veröffentlichten Geschäftszahlen hervorgeht, war zum Ende des Berichtszeitraums nur noch die Hälfte der von der spanischen Kette auf Kuba betriebenen Hotelkapazität in Betrieb. Das Unternehmen, das auf der Insel insgesamt 34 Häuser mit mehr als 5.000 Zimmern managt, spricht in seiner Bilanz von einem beispiellosen operativen Kollaps. Als Hauptursache nennt Meliá die eskalierende Energiekrise, die auf die verschärften US-Sanktionen zurückgeführt wird. In dem Finanzbericht heißt es, die Maßnahmen hätten zu einer „unvorhergesehenen Schwierigkeit bei der Beschaffung von Treibstoff geführt, die in Verbindung mit einem strikten Handelsembargo den Tourismusmarkt massiv beeinträchtigt habe“. Besonders der Mangel an Flugbenzin habe zur Streichung zahlreicher Direktverbindungen geführt, selbst aus dem wichtigsten Quellmarkt Kanada.
Der Niedergang vollzog sich schrittweise. Im Februar schloss Meliá zunächst drei Hotels vorübergehend. Bis Ende März weitete sich die Krise jedoch so aus, dass die Hälfte der Gesamtkapazität außer Betrieb genommen werden musste. Die durchschnittliche Auslastung der noch geöffneten Häuser lag zwischen Januar und März bei mageren 34,1 Prozent, ein Wert, der den Einbruch der internationalen Nachfrage deutlich macht. Laut dem Bericht stammen inzwischen „praktisch alle Buchungen für die noch geöffneten Hotels“ von kubanischen Touristen. Die Kette räumt jedoch ein, dass dieser heimische Markt nicht ausreiche, um den Rückgang der internationalen Gäste zu kompensieren. Die finanziellen Folgen für Meliá sind schwerwiegend. Der konsolidierte Nettogewinn brach im ersten Quartal um 68 Prozent ein – von 10,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 3,3 Millionen Euro. Trotz dieses Einbruchs stiegen die Gesamteinnahmen der Gruppe um 4,4 Prozent auf 460,6 Millionen Euro, und der Erlös pro verfügbarem Zimmer verbesserte sich um 8,3 Prozent. Dies ist auf das starke Geschäft in Spanien, Europa und der nichtkubanischen Karibik zurückzuführen. Andere Hotelketten wie Iberostar und Valentín sind dem Beispiel Meliás gefolgt und haben ebenfalls Häuser auf der Insel geschlossen. Der Zusammenbruch des kubanischen Tourismus hat verheerende soziale Folgen: Schätzungsweise 300.000 Beschäftigte der Branche haben seit Mai 2026 ihre Arbeit verloren. Im ersten Quartal verzeichnete die Insel lediglich 298.057 Besucher, ein Rückgang von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Lage wird durch die jüngste Verschärfung der US-Sanktionen weiter erschwert. Am vergangenen Donnerstag stellte US-Außenminister Marco Rubio den Militärkonzern GAESA explizit auf die neueste Sanktionsliste. GAESA kontrolliert über seine Tochter Gaviota S.A. einen Großteil der kubanischen Hotelinfrastruktur. Für Meliá und andere spanische Hotelgesellschaften stellt dies eine existenzielle Zwickmühle dar. Der Konzern erklärt in seinem Bericht, die weitere Entwicklung der Region hänge „maßgeblich von den Ereignissen und einer möglichen Erholung der Energieversorgung ab“. Einen klaren Zeithorizont für eine Rückkehr zur Normalität auf Kuba kann das Unternehmen nicht nennen.
Quelle: Melia (https://t1p.de/4r64s)
Autor: Leon Latozke
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