Neues aus Kuba
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Die Zahl der Dengue-Fälle in Kuba hat sich innerhalb einer Woche nahezu verdoppelt. Laut dem Gesundheitsministerium stieg die Inzidenz von 3,81 auf 6,52 pro 100.000 Einwohner, was täglich rund 632 Infektionen entspricht. Angesichts des derzeit auf der Karibikinsel grassierenden Chikungunya-Virus warnen die Behörden davor die Gefahr durch Dengue zu unterschätzen.
11.12.2025 07:30 Uhr
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Die Zahl der Dengue-Fälle auf der Insel hat sich innerhalb einer Woche nahezu verdoppelt. Wie das kubanische Ministerium für öffentliche Gesundheit (Minsap) am 10. Dezember mitteilte, stieg die Inzidenzrate von Dengue von 3,81 auf 6,52 Fälle pro 100.000 Einwohner. Hochgerechnet auf die rund 9,7 Millionen Einwohner Kubas bedeutet dies einen Anstieg der täglich registrierten Fälle von 369 auf 632 – ein Plus von über 71 Prozent.
Die Vizegesundheitsministerin Carilda Peña betonte im staatlichen Fernsehen, dass trotz des derzeit dominierenden Chikungunya-Virus die Gefahren durch Dengue nicht unterschätzt werden dürften. Die erste Ansteckungssymptome beider Krankheiten äußern sich meist als unspezifisches Fiebersyndrom, weshalb eine klare Unterscheidung erst durch Labortests erfolgen kann. Am Vortag wurden in Kuba 2.712 neue Fälle von unspezifischem Fieber registriert, davon 466 bestätigte Chikungunya-Infektionen. Insgesamt wurden bisher 42.805 Chikungunya-Fälle gezählt. Am Tag zuvor hatten kubanische Behörden Meldungen veröffentlicht, die von einer möglichen Verbesserung der Lage sprachen: Die Zahlen bei Chikungunya und Dengue zeigten in einzelnen Regionen rückläufige Tendenzen, was als Hinweis auf erste Erfolge bei der Eindämmung der Epidemie gewertet wurde. Dennoch bleibt die Lage landesweit angespannt, da die hohen Inzidenzraten weiterhin eine ernsthafte Bedrohung darstellen. In schweren Fällen befinden sich derzeit 65 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen, sechs weniger als am Vortag. Offiziellen Angaben zufolge sind bislang 44 Todesfälle auf Chikungunya oder Dengue zurückzuführen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächlich Infizierten deutlich höher liegen, da viele Betroffene medizinische Einrichtungen nicht aufsuchen. Die kubanische Regierung hatte eine Epidemie von Dengue und Chikungunya erstmals am 12. November öffentlich anerkannt, obwohl die ersten Diagnosen bereits im Juli gestellt wurden. Im September und Oktober hatten sich die Infektionen sprunghaft erhöht. Die aktuelle Ausbreitung wird durch die angespannte wirtschaftliche Lage Kubas begünstigt. Diese erschwert sowohl präventive Maßnahmen wie die flächendeckende Bekämpfung von Mückenpopulationen als auch diagnostische Tests und die medizinische Versorgung. Mangel an Medikamenten und anderen sanitären Ressourcen verschärft die Situation zusätzlich. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (OPS) zählte für den Zeitraum von Januar bis Ende November 25.995 Dengue-Infektionen auf Basis offizieller kubanischer Zahlen. Das Ministerium für öffentliche Gesundheit veröffentlicht hingegen keine täglichen absoluten Fallzahlen, sondern lediglich aggregierte Inzidenzraten. Die Kombination aus wirtschaftlicher Krise und unzureichender medizinischer Infrastruktur sorgt dafür, dass Kuba besonders anfällig für die gleichzeitige Ausbreitung von Dengue und Chikungunya ist. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, sich vor Mückenstichen zu schützen und bei Fieber sofort medizinische Hilfe aufzusuchen.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/ms8rn)
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