Neues aus Kuba
|
28.04.2026 08:00 Uhr
Ein Gericht in Santiago de Cuba hat drei Funktionäre wegen Unterschlagung von Firmengeldern zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten, die als Buchhalter und Controller arbeiteten, leiteten umgerechnet rund 43.000 US-Dollar auf Privatkonten um.
Im Osten Kubas sind drei ehemalige Angestellte staatlicher Unternehmen wegen schwerer Wirtschaftsdelikte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Provinzgericht von Santiago de Cuba sprach die Angeklagten der Urkundenfälschung und der Untreue schuldig und verhängte Freiheitsstrafen in Höhe von zehn, vierzehn und fünfzehn Jahren, wie staatliche Medien am Sonntag berichteten. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Korruptionsbekämpfung auf der Insel, die die Führung in Havanna zuletzt verstärkt in den Mittelpunkt ihrer Rhetorik gerückt hat.
Zwei der Verurteilten waren als Buchhalter in einer Niederlassung des staatlichen Obst- und Gemüseverarbeitungsbetriebs von Santiago de Cuba tätig. Die dritte Angeklagte bekleidete eine Wirtschaftsfunktion in einer landwirtschaftlichen Kredit- und Dienstleistungsgenossenschaft, einer für Kubas Agrarstruktur typischen Kooperative, die unter anderem Bankdarlehen für ihre Mitglieder verwaltet. Das offizielle Nachrichtenportal Cubadebate berichtete, die Beschuldigten hätten insgesamt 5,175 Millionen kubanische Pesos auf ein privates Konto umgeleitet, was nach dem offiziellen Wechselkurs für Privatpersonen (Segmento II) von 120 Pesos pro Dollar rund 43.129 US-Dollar entspricht. Von dieser Summe teilten die drei Haupttäter nach Darstellung der Justiz 3,986 Millionen Pesos (etwa 33.221 Dollar) unter sich auf. Darüber hinaus wechselte einer der Verurteilten seinen Anteil des entwendeten Geldes in Höhe von umgerechnet 2.000 US-Dollar über einen vierten Beteiligten. Dieser wurde im gleichen Verfahren wegen illegalen Handels mit nationaler Währung und Devisen zu einer Geldstrafe von 600 Raten zu je 40 Pesos verurteilt. Das Gericht wertete die Handlungen als fortgesetzte Fälschung von Bank- und Handelsdokumenten mit dem Ziel der Untreue – Delikte, für die das kubanische Strafrecht einen Rahmen von acht bis zwanzig Jahren Freiheitsentzug vorsieht. Neben den Hauptstrafen verhängte das Gericht Nebenstrafen: Die drei Haupttäter wurden mit dem Entzug öffentlicher Rechte belegt, ihnen wurde die Ausreise aus dem Land untersagt. Zwei der Verurteilten erhielten zudem ein Berufsverbot. Darüber hinaus müssen sie die vollständige Summe der veruntreuten Gelder an das geschädigte Unternehmen zurückzahlen. Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Korruptionsprozessen, mit denen die kubanische Regierung in den vergangenen Jahren öffentlichkeitswirksam gegen wirtschaftliche Verfehlungen vorgeht. Erst im vergangenen Jahr war der ehemalige Minister für Wirtschaft und Planung, Alejandro Gil, wegen Spionage und Korruption verurteilt worden – der bislang ranghöchste Funktionär, der auf der Insel eine langjährige Haftstrafe erhielt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/xsgwc)
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
RSS-Feed