Neues aus Kuba
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03.03.2026 08:00 Uhr
Nach den US-Angriffen auf den Iran geraten auch Kuba und seine Regierung zunehmend ins Blickfeld. Senator Lindsay spricht von „gezählten Tagen“ für die Führung in Havanna. Analysten warnen, dass die Tötung der iranischen Elite als Signal für mögliche Schritte gegen Havanna verstanden werden könnte.
Abbildung: Symbolbild Lindsey Graham, Kyiw, 2024, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Die jüngsten US-Angriffe auf den Iran haben nicht nur Teheran erschüttert, sondern werfen auch Schatten auf Kuba. Analysten sehen mögliche Auswirkungen auf die Insel 160 Kilometer südlich von Florida, wo die Regierung bereits unter langfristigem US-Druck steht. Die Tötung hochrangiger iranischer Führungspersonen, darunter Ayatollah Ali Khamenei, demonstriert Washingtons Bereitschaft, drastische Maßnahmen gegen Regime zu ergreifen, die sie als destabilisiert oder bedrohlich bezeichnen.
Der bekannte republikanische Senator Lindsey Graham erklärte öffentlich, Kuba stehe nach Iran als Nächstes auf der Liste. In Interviews lobte er die Politik von Präsident Donald Trump und unterstrich, dass die Tage der „kommunistischen Diktatur in Havanna gezählt“ seien. Graham verknüpfte die Strategie gegen Kuba mit der Situation in Venezuela, wo Trump erfolgreich gegen Präsident Nicolás Maduro vorgegangen sei. Gleichzeitig betonte er, dass keine US-Bodentruppen eingesetzt würden. Fachleute warnen jedoch vor vorschnellen Schlussfolgerungen und verweisen auf die psychologische Wirkung solcher Aktionen: „Wenn wir das in Iran tun können, einem Land zehnmal größer als Kuba mit eigener Rüstungsindustrie, stellt sich die Frage, was in Kuba möglich wäre“, sagt Sebastion Arcos, Leiter des Instituts für Kubastudien an der Florida International University. Er sieht zugleich Potenzial für die kubanische Bevölkerung, politische Veränderungen einzufordern, sollte ein „ausreichend großer Auslöser“ auftreten. Die jüngsten Spannungen im karibischen Raum werden durch Zwischenfälle wie der tödliche Schusswechsel zwischen einen Boot aus Florida und kubanischen Grenzschützern verdeutlicht. Arcos hält die offiziellen kubanischen Berichte für wenig glaubwürdig und spricht von typischen „False-Flag-Operationen“, einer Täuschungsoperation um Nationalismus und Anti-Imperialismus zu aktivieren. Er betont, dass die kubanische Regierung eine lange Tradition der Desinformation habe, ähnlich wie andere autoritäre Regime in Iran, Russland oder Venezuela. Für Beobachter entsteht ein komplexes Bild: Die kubanische Führung steht innenpolitisch geschwächt da, international ist sie zunehmend isoliert. Die Ereignisse im Mittleren Osten könnten als Warnsignal dienen und möglicherweise die Position der USA gegenüber Kuba verschärfen. Gleichzeitig bleibt unklar, wie die kubanische Bevölkerung auf äußeren Druck reagieren wird und ob eine koordinierte Bewegung gegen das Regime entstehen kann.
Quellen: NBC Miami (https://t1p.de/ky0vx), Latin Times (https://t1p.de/6kopg)
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