Neues aus Kuba
|
01.03.2026 08:20 Uhr
Ein „zweites Vietnam“ – mit dieser drastischen Formulierung warnt Ecuadors Ex-Präsident Rafael Correa vor einer möglichen US-Invasion in Kuba. Während die Energiekrise auf der Insel durch den Stopp venezolanischer Öllieferungen eskaliert, sieht Correa militärische Optionen als riskantes Spiel mit unabsehbaren Folgen.
Abbildung : Symbolbild Malecón in Hava nna (Bildquelle: Андрей Бобровский, CUBA - panoramio, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 3.0)
Der ehemalige Präsident Ecuadors Rafael Correa (2007–2017) hat die gegenwärtige Situation in Kuba als schwerwiegend und politisch brisant charakterisiert. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur EFE bezeichnete er die Folgen der von den USA verschärften Blockadepolitik gegen die Karibikinsel als „kriminell“. Insbesondere der Abbruch der Treibstofflieferungen hat nach Correas Einschätzung verheerende Folgen für die Versorgungssituation auf der Insel.
Correa weist darauf hin, dass Kuba – im Unterschied zu Venezuela – über keine nennenswerten natürlichen Ressourcen verfügt und in hohem Maße auf Energieimporte angewiesen ist. Die Einstellung der Versorgung mit venezolanischem Öl hat laut Correa bereits zu breitflächigen Stromausfällen geführt und die Wirtschaft an den Rand einer Krise gebracht. „Es zu blockieren ist kriminell. Ich sehe ein kubanisches Volk, das immer wusste, wie es vorankommt, aber der Schaden ist enorm. Es ist ein Volk, dem man den Strom entzogen hat. Es ist kriminell, was man ihnen antut“, so Correa zu EFE. Vor diesem Hintergrund äußerte der linksorientierte Politiker eine klare Warnung: Sollte es zu einer militärischen Intervention der USA kommen, so sei ein solches Unterfangen nach seiner Einschätzung zum Scheitern verurteilt und würde sich zu einem „zweiten Vietnam“ für die USA entwickeln. Diese Analogie spielt auf die langwierige, kostspielige und politisch desaströse Erfahrung der Vereinigten Staaten im Vietnamkrieg an, bei dem erheblicher Widerstand und hohe Verluste letztlich zu einem strategischen Rückzug führten. „Die Vereinigten Staaten können Kuba bombardieren, aber sie werden es nicht einnehmen können, das wäre ein anderes Vietnam für sie, und sie wissen, dass sie von innen heraus das Regime nicht destabilisieren können“, sagte Rafael Correa, derzeit Oppositionsführer in Ecuador. Correas Argumentation beruht auf der Annahme, dass trotz des technologischen Vorsprungs der US-Streitkräfte ein militärischer Feldzug auf kubanischem Boden anhaltenden Widerstand hervorrufen und nicht zu einer schnellen destabilisierenden Wirkung führen würde. Ein solcher Konflikt wäre politisch und humanitär riskant und könnte die Region nachhaltig destabilisieren. Die Lage auf der Insel ist in der Tat angespannt. Die kubanische Regierung hat notfallmäßige Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise eingeleitet, doch die Umstellung auf eine notdürftige Versorgung ist angesichts der Abhängigkeit von ausländischen Treibstofflieferungen äußerst komplex. Im Januar beendeten die USA den Fluss von venezolanischem Öl nach Kuba und drohten mit einer Exekutivverordnung mit Zöllen gegen Länder, die Rohöl an die Insel lieferten. Kuba produziert nur einen Bruchteil des benötigten Rohöls selbst und sieht sich nun mit einem ernsten Versorgungsengpass konfrontiert.
Quelle: EFE (https://t1p.de/xxje6)
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |

RSS-Feed