Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
Ehemaliger kubanischer Wirtschaftsminister Alejandro Gil wegen Korruption und Spionage angeklagt1/11/2025
Die kubanische Generalstaatsanwaltschaft hat offiziell Anklage gegen Alejandro Gil, ehemaligen Minister für Wirtschaft und Planung sowie stellvertretenden Premierminister, erhoben. Ihm werden unter anderem Spionage, Veruntreuung, und Steuerhinterziehung vorgeworfen.
01.11.2025 09:43 Uhr
Abbildung: Alejandro Gil, Kubas Wirtschaftminister 2022. Quelle: ACN
Die kubanische Generalstaatsanwaltschaft hat offiziell Anklage gegen Alejandro Gil, den ehemaligen Minister für Wirtschaft und Planung sowie ehemaligen stellvertretenden Premierminister, erhoben. Die Vorwürfe reichen von Spionage, Veruntreuung, Steuerhinterziehung und Bestechung bis hin zu Dokumentenfälschung und Geldwäsche. Zusätzlich wirft die Anklage dem einst einflussreichen Politiker Verstöße gegen den Schutz geheimer Unterlagen, die Schädigung und Entwendung von Dokumenten sowie die Beeinträchtigung wirtschaftlicher Aktivitäten vor.
Gil, der zwischen 2018 und 2024 das Ressort für Wirtschaft und Planung leitete, gilt als der höchstrangige kubanische Beamte, der seit Jahrzehnten wegen Korruptionsvorwürfen seines Amtes enthoben wurde. Im Februar 2024 war er von Präsident Miguel Díaz-Canel entlassen worden. Ein Monat später bestätigte Díaz-Canel eine laufende Untersuchung wegen „schwerwiegender Verfehlungen“ und kündigte ein rechtliches Vorgehen an. Seither befindet sich Gil in Untersuchungshaft. Die Anklage gilt als Höhepunkt einer breit angelegten staatlichen Antikorruptionskampagne, die in den vergangenen Jahren insbesondere durch offizielle Medien unterstützt wurde. Ziel dieser Maßnahmen war es, Korruption auf allen Verwaltungsebenen aufzudecken und gleichzeitig das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung zu stärken. Die Kampagne fällt in eine Phase zunehmender wirtschaftlicher Schwierigkeiten, die in Teilen der Bevölkerung zu wachsendem Unmut geführt hatten. Während seiner Amtszeit war Gil unter anderem für die Umsetzung der umstrittenen Währungsreform von 2021 verantwortlich, bekannt als „Tarea Ordenamiento“, die das zweigleisige Währungssystem beenden sollte. Die Reform geriet jedoch schnell in die Kritik, da sie viele wirtschaftliche Probleme verschärfte. Zudem leitete Gil die ersten Anpassungsmaßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft, darunter eine drastische Anhebung der Kraftstoffpreise um bis zu 400 Prozent, die innerhalb der Bevölkerung auf breite Ablehnung stieß. Präsident Díaz-Canel betonte bereits im März 2024, dass die kubanische Führung die Bekämpfung von Korruption und Missmanagement als unverrückbare ethische Pflicht der Revolution betrachtet: „Die Leitung unserer Partei und der Regierung hat niemals die Proliferation von Korruption, Täuschung oder Gleichgültigkeit zugelassen und wird dies auch künftig nicht tun“, hieß es in einem offiziellen Statement.
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |