Neues aus Kuba
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Kuba kämpft derzeit mit einer gravierenden Welle der Mücken-Krankheiten Dengue, Chikungunya und Oropouche-Fieber. Ein Drittel der Bevölkerung ist laut Behörden bereits betroffen. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine konsequente Expositionsprophylaxe. Reisende sollten Vorsicht walten lassen und Symptome frühzeitig ärztlich abklären.
15.11.2025 06:00 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Kuba sieht sich derzeit mit einer gravierenden Welle von durch Mücken übertragenen Erkrankungen konfrontiert. Nach Angaben des obersten Epidemiologen des Landes, Francisco Durán, sind in den vergangenen Wochen nahezu ein Drittel der Bevölkerung von Dengue-Fieber oder dem bislang seltenen Chikungunya-Virus betroffen. Besonders betroffen sind städtische Ballungsräume, darunter die Hauptstadt Havanna, wo auch zahlreiche Beschäftigte krankheitsbedingt ausfallen.
Dengue-Fieber ist in Kuba seit Jahrzehnten bekannt, hat sich jedoch in jüngster Zeit deutlich verschärft. Beide Krankheiten – Dengue und das zuvor seltene Chikungunya-Virus – werden durch Stechmücken übertragen, die als Vektoren die Viren auf Menschen weitergeben. Ursache für die Ausbreitung sind unter anderem die anhaltende Wirtschaftskrise und die dadurch eingeschränkten staatlichen Präventionsmaßnahmen. So ist das Fumigieren, die gezielte Raum- und Flächenvernebelung mit Insektiziden zur Mückenbekämpfung, nur begrenzt möglich. Auch die Reinigung von Straßen und die Instandsetzung beschädigter Wasserleitungen können nur eingeschränkt durchgeführt werden. „Die Situation ist akut“, erklärte Durán und verwies auf intensive staatliche Bemühungen, ähnlich wie während der COVID-19-Pandemie, Medikamente und Impfstoffe bereitzustellen, um die gesundheitlichen Folgen der Epidemie abzumildern. Am Donnerstag setzten die Behörden in Teilen Havannas Fumigatoren ein, um enge Gassen und dicht bebaute Wohnhäuser zu behandeln. Dies sei ein erster Schritt, um die Mückenpopulation einzudämmen und die Ausbreitung der Viren zu bremsen. Einwohner begrüßten die Maßnahmen, wiesen jedoch auf strukturelle Probleme hin. Müllansammlungen auf den Straßen und undichte Leitungen begünstigen die Vermehrung der Stechmücken und erschweren die Bekämpfung der Epidemie. Die kubanische Regierung steht vor der Herausforderung, die Ausbreitung von Dengue und Chikungunya unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen einzudämmen. Internationale Beobachter warnen, dass steigende Infektionszahlen nicht nur die öffentliche Gesundheit, sondern auch die Arbeitskraft in wichtigen Wirtschaftsbereichen gefährden könnten. Die Bevölkerung wird zu präventiven Maßnahmen aufgerufen: stehendes Wasser entfernen, Insektenschutzmittel verwenden und Infektionsfälle melden, um schnelle Gegenmaßnahmen zu ermöglichen. Auch das Auswärtige Amt weist auf die Übertragung der Erkrankungen durch Mücken in Kuba hin. Besonders betroffen sind die Provinzen Santiago de Cuba, Matanzas, Granma, Guantánamo und die Hauptstadt Havanna. Dengue-, Chikungunya- und Oropouche-Fieber verursachen ähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen. Dengue kann in schweren Fällen zu inneren Blutungen führen, Chikungunya häufig zu langanhaltenden Gelenkbeschwerden. Oropouche-Fieber birgt Hinweise auf mögliche Risiken für ungeborene Kinder bei Infektion während der Schwangerschaft. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Expositionsprophylaxe, also vorbeugende Maßnahmen, um den Kontakt mit übertragenden Insekten möglichst zu vermeiden. Dazu gehören das konsequente Auftragen von Mückenschutzmitteln auf unbedeckte Haut, insbesondere Präparate mit DEET oder Icaridin, und das Tragen von heller, langärmeliger Kleidung, um die Haut zu schützen. Auch die Nutzung von imprägnierten Insektennetzen oder Insektiziden in Innenräumen ist wichtig. Zusätzlich sollten Reisende stehende Gewässer meiden, da diese Brutstätten für Mücken darstellen. Eine sorgfältige Kontrolle der Unterkünfte auf offene Fenster oder Türen ohne Moskitonetze kann das Risiko weiter verringern. Das AA betont außerdem, dass Schutzmaßnahmen sowohl tagsüber als auch nachts erforderlich sind, da verschiedene Mückenarten unterschiedliche Aktivitätszeiten haben. Weiterhin wird geraten, mögliche Symptome frühzeitig zu erkennen und ärztlichen Rat einzuholen, falls Fieber, starke Gelenkschmerzen oder Blutungen auftreten. Zudem weist das Auswärtige Amt auf Engpässe bei Medikamenten, medizinischem Material und häufige Stromausfälle hin, die eine zuverlässige Versorgung im Notfall erschweren. Rücktransporte nach Deutschland sind derzeit nicht garantiert. Reisende wird dringend geraten, sich konsequent vor Mückenstichen zu schützen und Reisen kritisch zu prüfen.
Quelle: REUTERS (https://t1p.de/gm430)
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