Neues aus Kuba
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Die Interamerikanische Pressevereinigung (SIP) kritisiert die zunehmende Repression gegen das unabhängige kubanische Online-Medium El Toque. Journalisten sehen sich Bedrohungen, Diffamierungen und juristischen Schikanen ausgesetzt, nachdem das Portal Wechselkurse im informellen Markt veröffentlicht.
03.12.2025 08:55 Uhr
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Die Interamerikanische Pressevereinigung (Sociedad Interamericana de Prensa - SIP) hat die zunehmende Repression des kubanischen Staates gegen das digitale Medium El Toque scharf verurteilt. In einer Mitteilung vom 1. Dezember 2025 in Miami äußerte die Organisation Besorgnis über systematische Einschüchterungen, Bedrohungen und direkte Druckmaßnahmen gegen die Journalisten der nicht offiziellen Publikation. El Toque, das in den USA ansässig ist, veröffentlicht unter anderem die Wechselkurse zwischen Peso und US-Dollar auf dem kubanischen Schwarzmarkt, eine Praxis, die die Regierung der Insel als störend für ihre wirtschaftspolitischen Vorhaben betrachtet.
Nach Angaben der SIP sind die Mitarbeitenden des Mediums zudem Ziel von Diffamierungskampagnen über staatliche Medien und staatlich verknüpfte Social-Media-Konten. Darüber hinaus dokumentierte die Organisation ein wiederkehrendes Muster der Verfolgung unabhängiger Journalisten in Kuba, das Überwachung, Beschlagnahmung von technischer Ausrüstung, Einschränkungen bei Auslandsreisen sowie Belästigung von Angehörigen umfasst. Die kubanischen Behörden werfen El Toque Devisenhandel, Steuerhinterziehung und „Söldnertum“ vor und sehen das Medium als Teil eines von den USA organisierten „umfassenden Programms wirtschaftlicher Kriegsführung“. Im November 2025 veröffentlichten offizielle kubanische Stellen eine Liste mit 18 Verantwortlichen des Mediums, die im Falle von Reisen ins Ausland oder bei einem Regierungswechsel in ihrem Aufenthaltsland der Auslieferung unterliegen könnten. Das Medium wies darauf hin, dass mehrere der aufgeführten Personen nicht mehr für El Toque tätig seien. Der Chefredakteur José Jasán Nieves warnte zudem, dass eine strafrechtliche Verfolgung der Mitarbeitenden vorbereitet werde. Die staatliche Fernsehstation habe persönliche Informationen und die Wohnadresse von Journalisten veröffentlicht, offenbar mit dem Ziel der Einschüchterung. Pierre Manigault, Präsident der SIP, bekräftigte die Solidarität der Organisation mit El Toque und allen unabhängigen Journalistinnen und Journalisten in Kuba, die wegen ihrer Arbeit Repressalien ausgesetzt sind. Die SIP, eine gemeinnützige Vereinigung mit über 1.300 Mitgliedsverlagen in Amerika, setzt sich für Presse- und Meinungsfreiheit ein und dokumentiert regelmäßig Angriffe auf Medienschaffende in der Region. Die Entwicklungen um El Toque verdeutlichen die schwierige Lage unabhängiger Medien in Kuba. Trotz einer zunehmenden Nutzung digitaler Plattformen bleibt der offene Zugang zu verlässlichen Informationen für die kubanische Bevölkerung stark eingeschränkt. Staatliche Kontrolle, juristische Drohungen und gezielte Kampagnen gegen Medienschaffende erschweren nicht nur die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten, sondern behindern auch den Zugang der Öffentlichkeit zu transparenten Informationen über wirtschaftliche und politische Entwicklungen auf der Insel.
Quelle: SIP (https://t1p.de/lze72)
Autor: Leon Latozke
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