Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Nach über zwei Jahrzehnten verliert Kuba seinen Einfluss auf Venezuelas Geheimdienste. Mit dem Treffen von CIA-Direktor Ratcliffe und Übergangspräsidentin Rodríguez beginnt eine neue Phase: Washington übernimmt Kontrolle über Sicherheits- und Wirtschaftsstrukturen in Caracas.
18.01.2026 07:06 Uhr
![]()
Abbildung: CIA-Satellit und Caracas bei Dämmerung. Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Caracas steht vor einer grundlegenden Neuordnung der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Die USA haben mit dem Besuch des CIA-Direktors John Ratcliffe in der venezolanischen Hauptstadt ein deutliches Signal gesetzt: Washington will seine Präsenz im Land ausweiten und die bisherigen Strukturen des venezolanischen Geheimdienstes unter eigener Aufsicht umgestalten.
Ratcliffe traf sich am Donnerstag (15.)) mit der Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez und dem Leiter der militärischen Gegenintelligenz DGCIM, Gustavo González López. Laut US-Quellen stand die Schaffung von Vertrauen und die Eröffnung direkter Kommunikationskanäle im Vordergrund. Gleichzeitig unterstrich der CIA-Direktor, dass Venezuela künftig „kein sicherer Hafen mehr für Gegner der Vereinigten Staaten, insbesondere für Drogenhändler“, sein dürfe. Für Kuba hat diese Entwicklung erhebliche Konsequenzen. Über zwei Jahrzehnte hinweg waren kubanische Sicherheitsberater ein fester Bestandteil der venezolanischen Geheimdienste SEBIN und DGCIM. Internationale Organisationen, darunter die UNO und die OAS, dokumentierten wiederholt die operative und technische Beteiligung kubanischer Experten an Überwachung, Ausbildung und strategischer Planung. In UN-Berichten von 2020 wurde von einer „parallelen Geheimdienststruktur“ gesprochen, in der kubanische Akteure wesentliche Funktionen übernahmen. Die Begegnung Ratcliffes mit Rodríguez und González López wird von Beobachtern als Beginn einer strategischen Neuausrichtung gewertet. Washington strebt offenbar nicht nur politischen Einfluss an, sondern will die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Strukturen des Landes unter direkter Kontrolle restrukturieren. Auch die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Übergangsregierung deuten in diese Richtung: Rodríguez kündigte Reformen der Ölgesetzgebung an, die eine stärkere Beteiligung ausländischer Investoren ermöglichen sollen, und die Einrichtung zweier staatlicher Fonds, die soziale Ausgaben und Infrastrukturprojekte finanzieren sollen. Für die USA ist Venezuela nicht nur ein politisches, sondern auch ein wirtschaftliches Projekt. Die neuen Regelungen sollen unter US-Aufsicht Investitionen von Unternehmen wie Chevron fördern, die bereits in Venezuela tätig sind. Washington signalisiert zudem, dass die Kontrolle über den Ölverkauf mit unbestimmtem Ende fortgesetzt werden soll. Trotz der Herausforderungen in der rechtlichen und infrastrukturellen Struktur des Landes erkennen US-Unternehmen das strategische Potenzial Venezuelas, das über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt verfügt.
Dieser Artikel wurde erstmals am 17. Januar bei Mundus Novus 24 veröffentlichet.
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |