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07.05.2026 10:00 Uhr
Kuba schuldet Brasilien 676 Millionen US-Dollar, hauptsächlich für den Bau des Hafens von Mariel. Ein neues brasilianisches Gesetz verbietet Kredite an säumige Staaten, sodass die Insel von weiteren Finanzierungen ausgeschlossen bleibt.
Kuba schuldet Brasilien 676 Millionen Dollar – und die Aussichten auf eine Rückzahlung sind mehr als düster. Das südamerikanische Land hat die Zahlungen für den Bau des Hafens von Mariel, der maßgeblich durch den brasilianischen Entwicklungsbank BNDES finanziert wurde, eingestellt. Das brasilianische Finanzministerium bestätigte nun, dass es keinerlei Pläne zur Schuldenregulierung gibt. Eine neue brasilianisches Gesetz schließt säumige Schuldner künftig von weiteren Krediten aus. Für Kuba bedeutet das: neue Finanzspritzen aus Brasilien sind vorerst tabu.
Die Affäre um den Hafen von Mariel ist ein Paradebeispiel für problematische Prestigeprojekte. Erbaut wurde er von der brasilianischen Baufirma Odebrecht in Zusammenarbeit mit GAESA, dem Wirtschaftsimperium der kubanischen Streitkräfte. Die Verträge, die zwischen 2009 und 2013 unterzeichnet wurden, beliefen sich auf 641 Millionen Dollar, die Gesamtkosten des Projekts werden auf 682 bis 800 Millionen Dollar geschätzt. Die ursprüngliche Kreditvereinbarung sah vor, dass Kuba seine Schulden mit den Einnahmen aus der Zigarrenindustrie besichern sollte. Brasiliens Rechnungshof stufte diese Garantie später als „fragil“ und unangemessen für eine derart großvolumige Operation ein. Zudem wurden Unregelmäßigkeiten aufgedeckt: übermäßige Zinsnachlässe von 68,4 Millionen Dollar und eine Kreditlaufzeit von 25 Jahren statt der gesetzlich erlaubten zehn Jahre – ein lukratives Geschäft für Kuba, finanziert aus der brasilianischen Staatskasse. Die Zahlungsunfähigkeit Kubas zeichnete sich früh ab. Im Mai 2018 begann die Insel mit den Raten in Verzug zu geraten, bis September desselben Jahres waren bereits 17,3 Millionen Dollar aufgelaufen. Eine versprochene Begleichung im Oktober 2018 blieb Makulatur, nur zwei Monate später erklärte Kuba einen Teil der Schulden für zahlungsunfähig. BNDES aktivierte daraufhin den Exportgarantiefonds, wodurch die Verluste auf die brasilianischen Steuerzahler abgewälzt wurden. Die politische Dimension des Schuldenstreits ist komplex. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zeigte sich 2023 noch optimistisch und versprach, dass Kuba und andere befreundete Nationen ihre Verpflichtungen erfüllen würden. Sein eigenes Finanzministerium hat diese Hoffnung nun begraben. Der Kolumnist Tony Volpon brachte die Realität auf den Punkt: „Es ist nicht gut, Projekte in Ländern durchzuführen, die nicht in der Lage sind, die Kredite zurückzuzahlen.“ Die wirtschaftliche Misere Kubas macht eine Rückzahlung nahezu unmöglich. Die Insel verzeichnet seit fünf Jahren einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 15 Prozent, ein Haushaltsdefizit von über elf Prozent und eine geschätzte Gesamtverschuldung von 28,7 Milliarden Dollar.
Quelle: CNN Brasil
Autor: Leon Latozke
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